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Lebenslauf & Glaubenslauf
Lebenslauf & Glaubenslauf
© Christian Eilers, Pfarrbriefservice

Lebenslauf & Glaubenslauf

© Marcus Fischer

Ich habe 1976-84 in Münster Theologie studiert. In der Zeit war eine  schwungvolle Aufbruch-Stimmung innerhalb der Kirche, die Studenten und auch ich freuten sich darauf, Kirche neu zu gestalten. Die heutige Kirchenentwicklung nimmt die Grundanliegen der „Kirche der Gläubigen“ auf und das freut mich, für mich macht es etwas rund.

Ich bin dann als eine der ersten Frauen im Bistum Hildesheim in den Dienst gegangen und habe feministische Theologie eingebracht, die von den Erfahrungen von Frauen ausgeht und ihr Leben im Glauben deutet mit der Schrift. Heute würde man das   eher feminine Theologie nennen.

1992/93 habe ich drei Töchter geboren, die wie ein Wirbelwind in mein Leben kamen und blitzartig auch alle drei in Ausbildung zogen.

In so krassen Veränderungen habe ich es hilfreich gefunden, in Gebet und geistlicher Begleitung zu finden, was für neue Chancen der jeweilige Lebensabschnitt hat.

Auch meine Trennung von meinem ersten Mann 2012 und die erneute Heirat 2017 und der Wechsel zum Bistum Limburg waren große Veränderungen. Gerade weil ich den Glauben als so hilfreich erlebt habe, interessiere ich mich für die   „Pastoral der Übergänge“.

Im Vertrauen des Glaubens gelingt es, Blockaden zu lösen, Abschied von Altem zu nehmen, seine Liebe zu jetzigen Möglichkeiten zu betonen, Neues zu gestalten.

Deswegen habe ich geistliche Begleiterin gelernt und biete Einzelgespräche und Gruppenangebote dazu an. 

Die Breite unseres Glaubens ist mir vor Augen, allein wenn ich meine  nun mehr 4 Töchter (eine Stieftochter) anschaue:

Die eine ist mehr helfend gläubig, im Tun, keine große Kirchgängerin, die andere lebt mehr Stoß-Gebete in ihrem Leben und erlebt das Heilige in Musik und Wandern. Die nächste ist tatsächlich mal liturgisch-gottesdienstlich religiös, und dann lebt eine ihren Glauben mit dem Schwerpunkt auf Gemeinschaft, also sozusagen „sozial-religiös“.

Und es gibt noch viele weitere Formen, seinen Glauben zu leben. Und erst zusammen sind wir Kirche in unserer Vielfalt.

Das begeistert mich!

Sonja Haas - Wessendorf
Pastoralreferentin

 

© Marcus Fischer
© Marcus Fischer

Ich liebe Gott. Schon immer, seit ich mich erinnern kann, liebe ich Gott.

Diese Liebe lernte ich zuerst in meiner Familie kennen. Das Samenkorn für meinen Glauben haben sicherlich meine Eltern in mich eingepflanzt. Unser Familienleben war geprägt vom Glauben an Gott. Gottesdienstbesuche und das tägliche Rosenkranzgebet haben bei uns einen hohen Stellenwert.

Die Kirche ist seit der Taufe meine Herberge, meine Heimat geworden. Kirche war für mich ein Ort der Gastfreundschaft, in der alle Müden und Schutzsuchenden, sogar die mit schweren Lasten Beladenen Gelegenheit finden sollen für Kontakt, Freundschaft, Gespräch und Beratung. Meine Kindheit und Jugendzeit war von der Kirche und von der katholischen Schule geprägt.

Ich war mit großer Leidenschaft Ministrant und auch sonst überall zur Stelle, wo ich in der Pfarrei helfen konnte. In unserer Familie gibt es zahlreiche Ordensschwestern und Priester. Ich wollte nach der Schulzeit weiterhin mit der Kirche in Verbindung bleiben. Für mich war immer klar, dass auch ich Priester werden möchte, auch wenn es ein langer Weg werden würde.

Welches Geschenk machte mir Gott dann mit der Priesterweihe, er gab mir unendlich viel Liebe zurück.

Als Seelsorger will ich meine Liebe zu Gott teilen und diese Liebe vermehren.  Aus der nordindischen Mission führte mich der liebende Gott nach Deutschland. Nach langjähriger Tätigkeit hier als Pfarrer wurde für mich die Seelsorge von Kranken, beeinträchtigten Menschen und Alten immer wichtiger.

Es ist für mich ein großes Glück, dass mir die Diözese Limburg ermöglicht, als Krankenhausseelsorger zu arbeiten. Ich darf Kranke und Angehörige ein Stück auf ihrem Lebens- und Leidensweg begleiten. Hier kann ich die Menschen unterstützend begleiten und Trost spenden. Ich liebe Gott und schenke hier ein Stück meiner Liebe weiter und bekomme Liebe zurück.

Meine Liebe zu Gott darf ich auch beim täglichen Gottesdienst leben. Ich freue mich, mit Ihnen die Heilige Messe zu feiern. Einen Lernprozess musste ich hier in Deutschland allerdings durchschreiten.

In meiner Heimat kommen Sonntag für Sonntag sehr viele Gläubige, Kleine und Greise. Hier ist der Zulauf leider nicht ganz so gewaltig. Trotzdem ist für mich zentraler Punkt und meine größte Freude, die Heilige Messe mit Ihnen feiern zu dürfen.

Aber es gibt auch hier ein besonderes Zuckerl für mich. Es lässt mein Herz hüpfen, wenn die eifrigen Messdiener beim Gottesdienst sind.

In den Kindern lebt unser Glaube fort. Wenn Kinder die Liebe Gottes erfahren dürfen, dann tragen sie diese Liebe in sich und geben diese weiter, genauso wie ich diese Erfahrung machen durfte. 

Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm. (1 Joh. 4,16). Ich bin mir ganz sicher, Gott hat mich auch lieb!

 

Ihr Johnson Puthuva,

Krankhausseelsorger

© Kerstin Lembach

Ich musste spontan an meinen Motivationslebenslauf denken, den ich, handschriftlich verfasst, für meine Bewerbung als Pastoralreferentin schreiben musste. Damals wie heute war und ist es mir wichtig, Menschen zu begleiten, von Beginn ihres Lebens bis hin zum Ende. Genau das tue ich auch.

In den fünf KiTas unserer Pfarrei begegnen mir die Jüngsten, die Kleinsten sind im Krabbelalter. In diesem Alter ist es wichtig, die Erfahrung zu machen, dass Glauben Freude macht, dass ich anderen Menschen vertrauen kann und zu spüren, dass ich geliebt bin. Wenn ich diese Erfahrungen kennenlerne, kann ich als Erwachsener nachvollziehen, was es heißt, Gott zu vertrauen und dass Gott die Liebe ist, die mein Herz füllt.

Natürlich begegnen mir dann auch Erzieherinnen und Erzieher von denen ich immer wieder einiges lernen kann. Zum Beispiel im größten Stress freundlich und gelassen zu bleiben, sei es gegenüber den Kindern, den Eltern oder mir, die den KiTa-Alltag manchmal durcheinander würfelt.

Zu den schönen Dingen in meinen Beruf zählt für mich die Chance, immer wieder Neues ausprobieren zu können. Dazu gehört dann auch, Liebgewordenes loszulassen, wie zum Beispiel die Vorbereitung zur Erst-kommunion, die ich lange in den „Lorcher“  Kirchorten geleitet habe.

Dort begegneten mir die unterschiedlichsten Familien.

Zu Neuem und zum Ausprobieren  habe ich die Gelegenheit in den Auszeitengottesdiensten in Geisenheim und wenn ich demnächst die Firm-bewerberInnen auf ihrem Weg zur Firmung begleiten darf. Jugendliche um die 16 Jahre gehören nicht zu meinem Alltag. Ich freue mich auf diese Begegnungen.

Was für mich und meinen Glaubensweg immer das Wichtigste bleiben wird, ist Gottes Wort lebendig werden zu lassen. Sei es in lebendigen Gottesdiensten,  im Bibelteilen oder mit einem Bibliolog. Gott sei Dank, gibt es immer wieder Menschen, die dabei mittun.

Sie auch?

Dann finden Sie mich unterwegs in der Pfarrei, im Lorcher Pfarrhaus oder unter der 06726/9000 (bitte benutzen Sie den Anrufbeantworter).

 

Kerstin Lembach, Pastoralreferentin

 

Jeder Brillenträger kennt das Gefühl, wenn er zum ersten Mal seine neue Brille aufsetzt. Was vorher verschwommen war, ist nun klar und deutlich zu sehen. Vorher konnte man nur ahnen, dass da noch mehr sein muss, doch nun kann man es endlich erkennen.

Es ist ein Moment der Freude und des Glücks, den ich in meiner Zeit als    Augenoptiker immer wieder teilen durfte. Und das nicht nur als Beobachter, sondern als ein Helfer, der dem Kunden den Durchblick und   damit auch ein Stück Sicherheit vermitteln konnte. 

Aber nicht nur im Beruf habe ich die Erfahrung gemacht, dass da noch mehr ist, das es zu entdecken gilt. In den 18 Jahren, die ich im Limburger Domchor mitgesungen habe, hat mir die Musik geholfen, biblische Texte neu und tiefer zu verstehen. Egal ob es sich dabei um eine Messvertonung von Anton Bruckner handelte, in der die Erinnerung an die Kreuzigung Jesu mit musikalischen „Hammerschlägen“ unterstrichen wurde, oder ein Stück wie „Also hat Gott die Welt geliebt“

von Heinrich Schütz, in dem die Worte vom ewigen Leben in einem schwungvollen Dreivierteltakt gesungen werden, weil das „ewige Leben“ eben die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott bedeutet – immer wieder offenbarte die Musik mir Aspekte, die mir beim Lesen verborgen ge-blieben waren – ein Schatz, von dem ich bis heute noch zehre.

Mit der Musik habe ich auch die Liturgie unserer Gottesdienste schätzen gelernt. Denn auch hier geht es um mehr als um eine pädagogische Veranstaltung mit mehr oder minder großem Unterhaltungswert. Es geht um Gottesbegegnung, die keiner von uns „machen“ kann, sondern die wir uns nur von Gott schenken lassen können.
Aber viele können durch ihren Dienst in der Liturgie dazu beitragen, dass wir einander „mit der Erfahrung des Heils beschenken“, wie das Benedictus es formuliert.

Aus dem, was mich seit meiner Kindheit begleitet und geprägt hat, wurde mit der Weihe ein Lebens-Dienst, den ich bei Ihnen leisten darf. Mit Ihnen gehe ich jetzt in die Fastenzeit, eine Zeit, die uns wie ein geistlicher Sehtest helfen kann, das, was wir bisher nur erahnten, an Ostern klar und deutlich erkennen zu können – am besten mit allen Sinnen.

Konrad Perabo,  Pfarrer

 

© Marcus Fischer

Wenn ich über meinen Glaubenslauf nachdenke, kommen mir unwillkürlich Menschen in den Sinn, die meinen Glauben grundgelegt, geprägt und  bereichert haben.

Klar: Mein Glaube rührt von der Gottesbegegnung her, der Erfahrung des Angenommen- und Geliebtseins im Gebet und in den Sakramenten. Mein Glaube ist begründet in der Taufe, bekräftigt in der Firmung, auf die Probe gestellt durch Krankheit und Schuld, erneuert im Erleben von Versöhnung.

Andererseits ist mein Glaube schon immer ein „Glaube in Gemeinschaft“ gewesen. Er hat sich zu allererst ausgeprägt in der Familie. Meine Eltern glauben auf eine einfache, lebendige, fröhliche Art und Weise. In diesen Glauben durfte ich hineinwachsen und vieles habe ich für meine Art zu glauben übernommen.

Glaube in Gemeinschaft war in meiner Kindheit und Jugend glauben zu dürfen im Kirchort St. Martin in Oestrich, in der Kolpingfamilie und in der Oestricher Ehrengarde. Sehr geprägt und bereichert haben meinen Glauben die zahlreichen Aufenthalte bei der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé in Frankreich.

Mein Gebetsleben wäre um einiges ärmer ohne die Taizé-Lieder, die es ermöglichen, meinen Glauben in einfache Worte zu fassen und im Herzen nachklingen zu lassen, so z.B.: Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht: Christus, meine Zuversicht: Auf dich vertraue ich und fürcht mich nicht.

Glauben in Verbundenheit mit ALLEN, die an Christus glauben in den unterschiedlichen Konfessionen ist mir ein Herzensanliegen. Fröhlich und zugleich einfach zu glauben lehrten mich auch immer wieder Menschen mit Beeinträchtigung: Blinde und Sehbehinderte während meines Zivildienstes, mein Cousin Pfr. Stefan Müller und seine Familie, Hörbehinderte und gehörlose Kinder während eines Praktikums und in meiner Kaplanszeit im Rheingau und heute die Menschen im Sankt- Vincenzstift und in den Außenwohngruppen.  Und nicht zuletzt ist mein Glaubensweg durch Menschen ausgeformt worden, die ihren Glauben mit mir geteilt haben in den Pfarreien im Rheingau und im Westerwald.

DANKE allen, die mich auf meinem Glaubensweg begleitet haben und mich begleiten.

Ihr Pfr. Michael Pauly

 

Herzlich willkommen im neuen Jahr 2018!

Herzlich willkommen im neuen Vorwort. In diesem Jahr wird es von ihren hauptamtlichen MitarbeiterInnen geschrieben. 

Auf einen ´nüchternen´ Lebenslauf verzichten wir. Sie können uns darauf vor Ort ganz unkompliziert an-sprechen.

Ein ´Glaubenslauf´ ist etwas anderes und gehört doch in den Lebenslauf mit hinein. Der Glaube eines Christen füllt die sachlichen Lebensdaten mit Inhalt. 

Glaube ist für mich Beziehung. Mit Gott und mit den Menschen will ich diese Glaubensbeziehung leben. 
Deswegen ist mir Weihnachten auch so wichtig. Hier geht´s um Leben. Gott wird ein Mensch, wie auch wir Menschen geworden sind – durch Geburt. Und dieses Geburtstagsfest geht kirchlich bis zur Taufe des Herrn. In diesem Jahr wird also der Weihnachtsfestkreis bis zum 7. Januar reichen. Eine Woche in der viele Menschen Weihnachten schon hinter sich gelassen haben. Die Fastnacht drängt zeitlich und der Aschermittwoch wird schon am 14. Februar begangen.

Aber warum kann Weihnachten nicht länger ein Thema sein?
Das Leben durch Gott sollte uns als Thema durch das Jahr begleiten.

Es geht hier also nicht nur um eine rührige Weihnachtspredigt? Die Beziehung zu Gott und den Menschen können wir von Januar bis Dezember pflegen und wachsen lassen. Dann wird unser Lebenslauf in diesem Jahr auch (wieder) ein ´Glaubenslauf´.

Marcus Fischer, Pfarrer