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Schatzkiste Gotteslob

Schatzkiste Gotteslob
Schatzkiste Gotteslob
© Pixabay

Öffnung der "Schatzkiste Gotteslob" ab September 2018

Nach den Sommerferien beginnt in unserem Pfarrbrief eine neue Reihe mit dem Titel „Schatzkiste Gotteslob“. Darin möchte ich ihnen alte und neue Lieder unseres Gesangbuches nahe-bringen. Aber auch Gebetstexte sollen hier vorgestellt und für den persönlichen Gebrauch empfohlen werden.

 

Das Totengedenken gibt dem Monat November sein besonderes Gepräge. Daher habe ich mit „Näher mein Gott zu dir“ (Nummer 502) diesmal ein Lied ausgewählt, das besonders bei Requien oder Beerdigungen passt und inzwischen auch schon immer mal wieder gesungen wird.

Es hat seinen Ursprung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die sehnsuchtsvolle Melodie des Amerikaners Lowell Mason dürfte Filmfreunden bekannt vorkommen, da sie ihnen schon einmal im Oscarprämierten Film „Titanic“ begegnet ist.

Den Liedtext verdanken wir der englischen Dichterin Sarah F. Adams. Dieser wurde vom methodistischen Missionar Erhardt Wunderlich in die deutsche Fassung übertragen, die wir heute in unserem Gesangbuch vorfinden.
Doch die Bilder, die der Text dieses Liedes zeichnet, kann eigentlich nur der verstehen, der zuvor einen Abschnitt des biblischen Buches Genesis (Kapitel 28) gelesen hat. Dort geht es um das Schicksal von Jakob, der auch Israel genannt wird. Dieser ist auf der Flucht, nachdem er sich das Erstgeburtsrecht ergaunert hat.

Ohne Habe, ohne den Schutz seiner Familie, ja sogar ohne ein schützendes Zelt für die Nacht legt er sich schlafen, nur mit einem harten Stein unter seinem Kopf. Doch selbst jetzt, in dieser aussichtslosen Situation erfährt er Gottes Nähe in einer nächtlichen Vision: die berühmte „Jakobsleiter“, auf der Engel auf- und niedersteigen und an deren Spitze Gott selbst steht. Jakob erkennt: Hier ist „Bet-El“, das Haus Gottes.

Das Lied nun deutet diese biblischen Erlebnisse auf den Tod eines Menschen hin. Auch der muss seine irdische Heimat verlassen und alles zurücklassen um in der harten Erde Ruhe zu finden. Der Tod bricht wie die Nacht über ihn herein. Doch auch das Grab ist für den Glaubenden kein Ort der Verzweiflung, sondern ein Ort der Nähe Gottes. Bei ihm findet der Weg des  Lebens nicht sein Ende, sondern seine Vollendung. Dahin „mögen Engel dich geleiten“, wie es auch in einem anderen Beerdigungsgesang heißt.

Dieses Lied will uns in der Trauer Hoffnung und Trost schenken, aber auch daran erinnern, dass unser Leben als Christen nur eine Richtung kennt:

Näher, mein Gott, zu dir.

 

Konrad Perabo, Pfarrer

 

© Dorothea Jakobi

Der Oktober ist der zweite große Marienmonat des Jahres. In ihm wird die Gottesmutter besonders durch das Rosenkranzgebet geehrt, in dem wir die Stationen des Lebens betrachten, die sie besonders mit ihrem Sohn verbinden – angefangen bei der Verkündigung über Kreuz und Auf-erstehung bis hin zu ihrer Aufnahme und Krönung im Himmel. Doch bevor diese Lebensstationen meditiert werden, steht im Rosenkranzgebet die Bitte um Glauben, Hoffnung und Liebe, um das Bedachte richtig anzunehmen und ins eigene Leben tragen zu können.

Dazu passt das Lied „Glauben können wie du“, das ich Ihnen heute vorstellen möchte. Sie finden es unter der Nummer 885. Vor gerade einmal knapp 10 Jahren hat der Franziskanerpater Helmut Schlegel dieses moderne Marienlied, dessen inhaltliche Wurzeln bis in die Bibel zurückreichen, gedichtet, das dann vom Kirchenmusiker Joachim Raabe vertont wurde.

Glauben, Hoffnung und Liebe – die drei großen Worte werden hier mit Leben gefüllt. Dabei läuft jede Strophe auf ein Zitat Mariens zu, das durch einen strahlenden A-Dur Akkord unmittelbar davor „angekündigt“ wird.

Der Glaube hat seinen Ursprung im Hören auf das Wort Gottes. Daraus erwächst uns die Kraft, das Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu bejahen, „wie Gott es mir gab“ und so – selbst in den dunklen Stunden des Lebens – zu erkennen und mit Maria zu bekennen: „Großes hat er (Gott) getan.“

Die Hoffnung ist keine Träumerei von einer besseren Welt, sondern beginnt damit, aus dem Glauben heute das menschlich Mögliche zu tun. Das mag uns immer wieder zu wenig erscheinen. Doch dann ermutigt uns die Gottesmutter durch ihr Wort, das uns an das Wunder bei der Hochzeit zu Kana erinnert, zum Vertrauen auf ihren Sohn: „Was er euch sagt, das tut!“

Die Liebe schließlich öffnet den Blick auf die Welt, lässt uns in jedem Geschöpf den Schöpfer erkennen. So können wir dem, was um uns geschieht nicht gleichgültig gegenüber bleiben. Doch das bedeutet mehr als nur Mitgefühl. Echte Liebe lässt sich selbst für den andern in den Dienst nehmen: „Mir geschehe dein Wort.“

Das hat Maria mit ihrem Leben ausbuch-stabiert. Ihr Vorbild lehrt uns beten:  „So will ich glauben, hoffen und lieben, Maria.“

Konrad Perabo, Pfarrer

 

Den Anfang der neuen Reihe macht heute das Lied unter der Nummer 889. Der Titel lautet: „Ihr Freunde Gottes allzugleich“, der sich gleich zweimal in unserem Gotteslob findet. Sogar die Melodie ist bei beiden identisch und wohl den meisten bekannt. Doch im Gegensatz zu dem Lied im Stammteil werden hier die „Limburger Freunde Gottes“ besungen. Es handelt sich um die Heiligen, die für unser Bistum eine besondere Bedeutung haben. Der bekannte Frankfurter Pfarrer Lothar Zenetti hat für drei von ihnen die passenden Strophen gedichtet.

Den Anfang macht der Heilige Georg. Er ist nicht nur Patron des Domes, sondern auch des Bistums. Beides wird in der Liedstrophe zum Ausdruck gebracht. Dem Schutz dieses großen Drachentöters werden „Volk und Bischof“ anvertraut.

Die zweite Heilige, die uns im Lied begegnet, ist uns sehr nah, nicht nur an ihrem Gedenktag im September. Es ist die Heilige Hildegard, deren Gebeine sich in unserer Pfarrei befinden. Einheimische und Fremde zieht es das ganze Jahr hindurch zu ihrer Verehrung nach Eibingen. „Lass wissen uns den Weg zu Gott“ – so bitten wir die Kirchenlehrerin im Lied, im Vertrauen, dass dieser Weg uns Heil an Leib und Seele bringt.

Die dritte im Bunde ist schließlich Maria Katharina Kasper. Im Oktober wird die Gründerin der Dernbacher Schwestern, die bisher nur in unserem Bistum verehrt wurde, heiliggesprochen und damit weltweit zur Ehre der Altäre erhoben. So kann ihr Zeugnis barmherziger Nächstenliebe weithin ausstrahlen.

Drei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die auf je eigene Weise ihren Weg mit Gott gegangen sind. Sie laden uns ein, selbst zu „Freunden Gottes“ zu werden und unser Leben auf ihn hin auszurichten. Dann ist auch die Richtung klar, in die es geht: „Helft uns in diesem Erdental, dass wir durch Gottes Gnad und Wahl zum Himmel kommen allzumal.“

 

Konrad Perabo, Pfarrer

 

Konrad Perabo
Pfarrer