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Fastenimpuls Nr. 2 und Fürbitten 5. Fastensonntag

Für das persönliche Gebet
Fastenimpuls Nr. 2 und Fürbitten 5. Fastensonntag
Fastenimpuls Nr. 2 und Fürbitten 5. Fastensonntag
Steingrab, Emmaus Nikopolis © Enrico Wagner

Von Anette Spitzbart

An diesem Sonntag sind die 1. Lesung ist aus Ezechiel 37,12b-14; die 2. Lesung ist aus Römer 8,8-11 und das Evangelium von Johannes 11,1-45 dran.

Dieses Jahr ist vieles anders. Die Fastenimpulse werden nicht wie sonst im Gottesdienst gehalten, nein, sie kommen – wenn Sie mögen – über das digitale Medium zu Ihnen nach Hause.

Der Impuls handelt vom Leben, welches im Moment anders aussieht als wir es gewohnt sind.

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sandten die Schwestern des Lázarus Jesus die Nachricht. Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes. Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lázarus. Als er hörte, dass Lázarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.

Als Jesus ankam, fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen. Maria aber blieb im Haus sitzen.

Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.

Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben. Auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Jesus war im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!

Da weinte Jesus.

Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.

Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg.

Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.

Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lázarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen; Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen!

Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

(Laacher Messbuch 2020)

Fastenimpuls von Anette Spitzbart

Ich denke, dass jeder von uns, nachdem er das Evangelium gehört hat, etwas Luft holen muss. Nicht weil es so lang ist – es ist schon die Kurzfassung – sondern, wenn wir die im Moment schwierige, für den ein und anderen bedrückende / bedrohliche Situation, die der Corona-Virus auslöst, verfolgen. Um es zu verfolgen muss man noch nicht einmal viel tun; die Medien / Nachrichten sind voll damit; eine Sondersendung reiht sich an die andere – Tag für Tag.

Die Bilder die wir aus Deutschland, aber auch aus unseren Nachbarländern sehen  - Italien, Spanien, Frankreich – diese nur als Beispiel genannt, lassen mich nicht los; vielleicht geht es Ihnen genauso. Es geht um uns, um die Menschen die dort wohnen / leben. Menschen die erkrankt sind; Menschen die verzweifelt sind; Menschen bei denen die Existenz auf dem Spiel steht; Menschen die bis zur Erschöpfung helfen.

Und im Evangelium hören wir dann vom Sterben des Lázarus. Können wir darin für uns Trost spüren? Trost den sich in dieser Zeit bestimmt viele Menschen erhoffen/ersehnen und wünschen?

Lázarus ist krank und stirbt. Seine beiden Schwestern und viele Freunde sind von seinem Tod betroffen, sind traurig und versuchen durch ihr Dasein den Schwestern Trost zu spenden. In so einer Zeit der Trauer tut es gut Freunde, treue Wegbegleiter an der Seite zu haben. Für jeden ist es tröstlich, wenn im Moment des Abschiedsnehmens von einem geliebten Menschen, Menschen da sind und uns zur Seite stehen.

Und dann muss ich wieder an die Bilder aus den Nachrichten denken. Ältere Menschen dürfen/sollen nicht mehr besucht werden – egal ob Sie zu Hause oder im Heim wohnen. Familien die nicht unter einem Dach wohnen, dürfen sich nicht mehr besuchen. Sofern es möglich ist, werden andere Wege des „Besuchens“ ausprobiert, die Digitale Welt kommt zum Zuge – Skype, Internet. Und Beerdigungen? Hier hat die Digitale Welt keinen Einzug gehalten. Das letzte Geleit findet ohne Angehörige, Freunde, Verwandte … statt. Eine Folge der vom Gesetzgeber verordneten Kontaktsperre / Ausgangssperre.

Sind wir wirklich allein – werden wir allein gelassen?

Und ein Nein stellt sich bei mir ein. Viele Helfen und stehen anderen in Ihrer Not und Krankheit bei; nicht nur bis - sondern weit über Ihre Belastbarkeit hinaus. Und dann gibt es noch jemanden der bei uns ist und mit uns mitgeht – Jesus. Seine Worte die er im Evangelium zu Marta sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, ist gültig – es hat kein Verfallsdatum. Jesus ist an unserer Seite, er ist unser Wegbegleiter. Er begleitet nicht nur die Lebenden, sondern ist auch in der trostlosenden Zeit die es im Leben gibt, an der Seite der Trauernden und an der Seite des/der Verstorbenen. Jesus steht jedoch nicht nur daneben, nein, er trauert und leidet mit. Im Evangelium hören wir, „Jesus war im Innersten erregt und erschüttert und  weinte“.

Gott hat uns seinen Sohn in die Welt gesandt, damit wir das Leben, das ewige Leben haben. Jesus ist Mensch geworden und erlebt so wie wir alle Höhen und Tiefen des Lebens. Jesus lässt uns nicht allein, er ist immer bei uns – bei jedem einzelnen – und diese Gewissheit gibt mir Hoffnung, Trost und Zuversicht.

Und während ich diese drei Worte – Hoffnung, Trost und Zuversicht – schreibe, kommt mir von Dietrich Bonhoeffer das Lied „Von guten Mächten treu und still umgeben“ in den Sinn. Das Lied handelt von Vertrauen und Trost und ist im Gotteslob Nr. 824 zu finden.

Diese drei Worte und die Zusage von Jesus - „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ oder wie bei Johannes 10,10 zu lesen ist „Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fülle haben“ - möge uns in dieser Zeit wie ein Licht in der Dunkelheit aufleuchten.

Fürbitten

Voll Vertrauen beten wir zu Gott, der all unsere Wege mit seinem Schutz begleitet:

 

Für alle die im Moment unmögliches möglich machen, die Ärzte und Ärztinnen, die Pflegekräfte, die sich um die Kranken und Schwachen kümmern. Stärke Sie in Ihrem Tun, damit Sie nicht resignieren.

Gott unser Vater – Wir bitten dich erhöre uns

 

Für die Regierenden, dass Sie die richtigen Entscheidungen treffen. Schenke Ihnen Weitsicht über die Ländergrenzen hinweg.

Gott unser Vater – Wir bitten dich erhöre uns

 

Für die Eltern, die durch die Schließung der Schulen und Kindergärten die auf sie übertragenen Aufgaben zusammen mit Ihren Kindern meistern. Schenke ihnen gegenseitiges Verständnis und Geduld.

Gott unser Vater – Wir bitten dich erhöre uns

 

Für die Erzieher und Erzieherinnen, für die Lehrer und Lehrerinnen, dass sie weiterhin für die Kinder und Eltern Ansprechpartner bleiben und diese bei den übertragenen Aufgaben unterstützen. Schenke auch Ihnen Verständnis und Geduld.

Gott unser Vater – Wir bitten dich erhöre uns.

 

Für die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen, die in dieser Zeit den Hilfsbedürftigen und Schwachen zur Seite stehen. Schenken Ihnen Kraft und gegenseitiges Vertrauen.

Gott unser Vater – Wir bitten dich erhöre uns.

 

Für alle die um einen geliebten Menschen trauern. Schenke Ihnen Trost und Zuversicht.

Gott unser Vater – Wir bitten dich erhöre uns.

 

Für alle Verstorbenen, in der Hoffnung auf Gottes machtvolle Liebe.

Gott unser Vater – Wir bitten dich erhöre uns.

 

Gott, du Gott des Lebens, du bist uns nahe, wenn wir zu dir rufen.

Dich loben wir, dich preisen wir im Heiligen Geist durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen