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Fastenimpuls und Fürbitten 4. Fastensonntag

Für das persönliche Gebet
Fastenimpuls und Fürbitten 4. Fastensonntag
Fastenimpuls und Fürbitten 4. Fastensonntag
© Volker Rohrbach

Fastenimpuls von Alexandra Wagler, 21./22. März 2020

Ihnen geht es vielleicht wie mir. Wenn ich mich mit einem bestimmten Thema beschäftigte oder mich ein bestimmtes Thema beschäftigt, dann stoße ich überall auf Dinge, die damit im Zusammenhang stehen. In der Zeitung oder in Gesprächen, wenn ich unterwegs bin.

So war es auch bei der Vorbereitung dieses Fastenimpulses.

In den Texten, die wir eben gehört haben, ging es immer in irgendeiner Form um „Licht“ – im Brief des Apostels Paulus und im Evangelium über den Blindgeborenen, der geheilt wurde, also endlich das Licht sieht. Da ist mir aufgefallen, in wie vielen Texten in der Bibel oder in Gebeten das „Licht“ Thema ist.

Das hat bei mir ein paar Fragen aufgeworfen:

Was macht Licht? Was wirkt Licht? Was ist ohne Licht?

Was ist das Licht im Leben eines Christen, das Licht des Glaubens? Was ist das Licht in meinem Leben?

Was macht Licht, wirkt Licht? Licht macht hell, froh, hebt die Stimmung. Man sieht alles „in einem helleren Licht“. Denken wir an einen sonnigen Tag. Sehen wir dann nicht alles positiver als wenn es trüb und verhangen ist? Selbst wenn uns an einem solch hellen Tag ein Kollege quer kommt oder die Schlange an der Kasse im Supermarkt besonders lang ist, gehen wir damit anders um als wenn es regnet oder stürmt…

Auch in der Wissenschaft ist die positive Wirkung von Licht auf unseren Organismus, auf unsere Stimmung und Verfassung bekannt.

Diese Wirkung hat sicherlich auch das Licht des Glaubens. Glauben wir, so wird alles in unserem Leben heller. Denn wir wissen, dass wir nicht allein sind, Lasten nicht alleine tragen müssen. Wir können Schweres in einem anderen Licht sehen, es wird durch den Blick des Glaubens neu beleuchtet. Durch das Licht können wir sehen.

Doch was ist das Licht des Glaubens, das Licht im Leben eines Christen?

Schauen wir nochmal auf die heutigen Texte.

Im Brief des Apostels Paulus an die Epheser heißt es: „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!

(Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.)“

Der Blindgeborene aus dem Evangelium sieht nach seiner Heilung erstmals das Licht.

Und vor allem die Aussage Jesu – „Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“

Jesus ist also Licht des Glaubens, das Licht im Leben eines Christen.

Der Glaube an Ihn, an sein Leiden und seine Auferstehung, machen das Leben eines Christen hell, licht.

Jesus ist Licht. Licht für uns, Licht für mich.

So habe ich vor einigen Jahren die Erfahrung gemacht, dass es gerade der Glaube an die Auferstehung war, der mich in einer schweren Zeit aufrecht gehalten hat.

Jesus sagt nicht nur, dass er das Licht der Welt ist, sondern dass auch wir das Licht der Welt sind.

Wie kommt er zu dieser Aussage?

Er kann dies sagen, weil wir als Christen in einer Verbindung zu ihm, zum lebendigen Licht leben und wir dadurch die Welt ein wenig heller machen können. Bildlich gesprochen bringen wir Lichtstrahlen zu anderen, indem wir in unserem Tun Christus nachahmen und nachfolgen.

So gibt es neben Jesus weitere „Lichtgestalten“, die unser Leben erhellen, wie z.B. die Heiligen.

Die heilige Katharina von Alexandrien beispielsweise soll um 300 n. Chr. während einer öffentlichen Diskussion so überzeugende Argumente für das Christentum vorgebracht haben, dass 50 Heiden, die zunächst ihren Märtyrertod wollten, sich zum Christentum bekehrten ebenso wie die Kaiserin Faustina. Für diese Menschen war Katharina eine Lichtgestalt ebenso wie sie es heute noch als eine der 14 Nothelfer ist.

Die heilige Hildegard von Bingen war für die Menschen ihrer Zeit und ist auch für uns heute eine Lichtgestalt durch ihre umfangreichen Tätigkeiten auf dem Gebiet der Medizin und der Religion, durch ihre Tätigkeit in der Seelsorge. Sie hat vielen Menschen direkt geholfen und hilft uns heute noch durch ihre umfangreichen Schriften. Sie erhellt uns den Willen Gottes, bringt Licht in sein Wirken und Tun.

Oder der Selige Adolf Kolping. Dieser war für die Handwerksgesellen seiner Zeit durch die Gründung der Gesellenvereine, die soziale Unterstützung, Bildung, Geselligkeit und einen religiösen Halt gaben, sicherlich eine große Lichtgestalt. Die Vereine bestehen noch heute.

Doch nicht nur die Heiligen und Seligen sind Lichtgestalten im Glauben. Es gibt solche Lichtgestalten auch im Kleinen, Verborgenen. Viele sind vielleicht nur wenigen Menschen als eine „Lichtgestalt“ bekannt.

Die Ehrenamtlichen im Kommunionhelfer- und Lektorendienst, die Sängerinnen und Sänger in den Kirchenchören, diejenigen, die immer eine helfende Hand parat haben. Die Katechetinnen und Katecheten, die unsere Erstkommunionkinder auf ihren besonderen Tag vorbereiten. Oder im ganz Kleinen der Nachbar, der eine Besorgung erledigt oder die Freundin, die einfach da ist, wenn es mir nicht gut geht.

Wer sind die Lichtgestalten in meinem Leben? Das können ganz unterschiedliche Menschen sein – Freunde, Kollegen, Nachbarn, die Unbekannte in der Bahn, die mir freundlich zulächelt, Lehrer, Seelsorger.

Doch eines haben sie gemeinsam:

Lichtgestalten in meinem Leben sind Menschen, die Licht in mein Leben bringen. Menschen, die von Jesus, durch Jesus gesendet wurden. Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten. Menschen, die mir das Licht Jesu zeigen.

So bringt Jesus Licht in mein Leben, in unser Leben, in unsere Welt.

Jesus ist das Licht der Welt.

Amen.

 

Fürbitten

Barmherziger Gott, am Fest der Verkündigung des Herrn (Mittwoch, 25. März)

empfängt Maria ihren Sohn, unseren Herrn, dem Immanuel, der ´Gott mit uns´.

Durch IHN bitten wir Dich:

 

Für alle Menschen, mit denen wir uns im Gebet verbunden fühlen –

in Wollmerschied, Ransel und Sauerthal, Lorchhausen und Lorch, Assmannshausen und Aulhausen, Rüdesheim und Eibingen, Geisenheim und Johannisberg, Stephanshausen und Presberg.  Herr, erhöre uns!

 

Für alle, die sich vor der Zukunft sorgen und die Angst haben vor einer Infektion

und für alle, die im medizinischen Bereich arbeiten.

Gib ihnen Kraft für Ihren wichtigen Dienst am Menschen. Herr, erhöre uns!

 

Für die Menschen in Syrien und im Libanon, die wir mit unserer Misereor-Kollekte unterstützen können

und für alle, die unter Krieg und Terror, Flucht und Vertreibung und Naturkatastrophen leiden. Herr, erhöre uns!

 

Für alle Helferinnen und Helfer, die jetzt anderen beistehen und sie unterstützen.

Begleite sie mit deinem Heiligen Geist. Herr, erhöre uns!

 

Für unsere Verstorbenen … (Namen der Verstorbenen, um die SIE trauern).

Schenke ihnen das ewige Leben in deinem Himmel. Herr, erhöre uns!

 

Erhöre unsere Fürbitten in dieser besonderen Zeit

durch deinen Sohn, unseren Herrn, Jesus Christus. 

Amen