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Hoffnungslichter in Corona-Zeiten

"Etwas anderer Gottesdienst" in St. Martin Lorch will Mut machen und Dank sagen
Hoffnungslichter in Corona-Zeiten
Hoffnungslichter in Corona-Zeiten
Hoffnungslichter für Kita und Familienzentrum, Arztpraxis, Schule und Senioren © Angelika Fuchs
© Angelika FuchsHat den Gottesdienst konzipiert: Christoph Ahlbach, Küster an St. Martin und Organist der Pfarrei Heilig Kreuz

Mitten in der Pandemie Mut machen, Dank sagen und der Opfer gedenken: Auf berührende Weise ist das in einem "Corona-Gottesdienst" in St. Martin in Lorch gelungen. Kitas, Schulen, Arztpraxen und Altenheime sind Einrichtungen, die auf die eine oder andere Weise besonders betroffen sind. Stellvertretend für alle, die in diesen Bereichen „helfen, handeln, da sind“, wurden dabei am Freitag, 13. November, ganz persönliche Erfahrungen vorgetragen. „Hoffnungslichter“ lautete der Titel der Wort-Gottes-Feier, die von Christoph Ahlbach und Dr. Alexandra Wagler im Rahmen der Reihe des „etwas anderen Gottesdienstes“ gestaltet wurde. Für die meditative Musik sorgte Organist Johannes Muth.

© Angelika FuchsWorte-Gottesdienst-Beauftragte Dr. Alexandra Wagler

„Lassen wir trotz allem den Kopf nicht hängen“, hatte zu Beginn Dr. Alexandra Wagler die Anwesenden ermutigt, bevor Erzieherin Camilla Vogt von ihren Erfahrungen als Leiterin der Kita der Pfarrei Heilig Kreuz in Rüdesheim berichtete. Während der Schließung im Frühjahr wurde mit vielen kreativen Ideen der Kontakt zu Kindern und Familien gehalten. Liebevoll gestalteten die Erzieherinnen zum Beispiel Herzsteine für die Kindern. Bei der Wiedereröffnung habe es nur glückliche Gesichter gegeben, erzählte sie. Kaum geöffnet, schon wieder geschlossen: „Jetzt haben wir wieder zu“, sagte Uwe Tönges-Friedmann, Leiter des Familienzentrums St. Nikolaus. Dabei seien die Angebote gerade erst wieder angelaufen. Man habe allerdings aus dem ersten Lockdown gelernt und Online-Angebote installiert.

Dass vor allem den alten Menschen die Besuche fehlten, trug Traudl Muno vor. Der Seniorenbesuchsdienst der Ehrenamtlichen gehört nach ihren Worten zur guten Tradition in der Pfarrei. Jetzt sei vieles nicht mehr möglich, dabei wären gerade jetzt diese Besuche so wichtig, „um den Menschen zu zeigen, dass sie nicht vergessen und nicht allein gelassen werden.“

© Angelika FuchsDank an die Schüler und Schülerinnen: Lehrer Holger Stadermann

Mit ganz handfesten Problemen konfrontiert sind in den Corona-Zeiten die Ärzte. Die Allgemeinmedizinerin Dr. Ulrike Donie gab einen kleinen Einblick in die Situation an vorderster Front, mit ängstlichen Patienten, aber auch solchen, die andere durch unvorsichtiges und unbedachtes Handeln gefährdeten. Zuhören und aufklären sei ihre Devise. Einen Tipp hatte sie dabei auch mitgebracht: Das Zuhause mit anderen  Augen sehen, als Rückzugsort, der im Stress der Arbeit eine Atempause ermögliche. „Nehmen wir dies doch an, als eine Zeit der Besinnung auf Wesentliches, auf unsere Nächsten, und auch auf unseren Glauben und unsere Beziehung zu Gott“, lautete ihr Plädoyer.

Die Belastungen für Schüler und Lehrer schilderte zum Schluss Holger Stadermann, der an der Rheingauschule unterrichtet. Digital seien alle inzwischen etwas eingeübter, vieles aber fehle noch, sagte er und nannte als Stichworte interaktives Lernen und Kompetenz im Umgang mit dem Internet. Aber auch das ganz konkrete Miteinander ist belastet, wie er darlegte, zum Beispiel durch die Masken, die die Mimik ebenso beeinträchtigten wie die akustische Verständigung. Entschieden formulierte Stadermann aber auch seine Hoffnung, dass die Unsicherheit durch Zusammenhalt und gegenseitige Rücksichtnahme überwunden werden könne. „Und dass wir am Ende gestärkt und vereint hervorgehen – gegen Egoismus, gegen Populismus, gegen Nationalismus.“

Nach jedem der Zeugnisse wurde gemeinsam gebetet und eine der Kerzen auf dem Altar entzündet, die mit Begriffen wie Liebe, Glaube, Mut, Zuversicht, Vertrauen beschriftet waren. Sie werden künftig an den Arbeitsplätzen derjenigen ein Hoffnungslicht verbreiten, die in diesem Gottesdienst so eindrücklich von ihren Erfahrungen und Sorgen berichtet haben.

© Pfarrei Heilig Kreuz

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