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Im Mai mit Gedanken von Melina Rohrbach

Im Mai mit Gedanken von Melina Rohrbach
Im Mai mit Gedanken von Melina Rohrbach
© Pixabay

Geistliches Jahresmotto

Seit 2016 begleitet uns jedes Jahr ein neuer Bibelvers als Geistliches Jahresmotto durch das Kirchenjahr. Monatlich schreiben ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter eine gedankliche Anregung zum Jahresmotto. Lassen Sie sich monatlich in das diesjährige Motto "Siehe, nun mache ich etwas Neues" gedanklich mitnehmen.

Gedanken zum Jahresmotto von Melina Rohrbach (Mai 2021)

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Vor einem Monat haben wir Ostern gefeiert, nun nähern wir uns Pfingsten, dem Fest, mit dem die Osterzeit endet.

Ist das nicht jedes Jahr das Gleiche? Erst kommt Palmsonntag und dann das Triduum – der eine Gottesdienst in drei Teilen, bestehend aus Gründonnerstag, Karfreitag und der Osternacht. 40 Tage nach den feierlichen Ostergottesdiensten begehen wir dann Christi Himmelfahrt. Und nach 50 Tagen schließen wir die Osterzeit mit Pfingsten ab.

Jedes Jahr gleich! Oder?

Unser Jahresmotto, die Worte Gottes im Buch Jesaja „Siehe, nun mache ich etwas Neues“ (Jes 43,19a) deuten in eine andere Richtung.

Das Allerweltswort „ich mache“ wird in der Hebräischen Bibel auch dafür verwendet, dass Gott die Welt erschafft, also „macht“. Gott hat die Welt aber nicht nur irgendwann einmal gemacht, sondern Gott macht auch heute noch etwas in und mit dieser Welt – immer wieder Neues. Auch wenn wir in jedem Jahr die gleichen Feste begehen, feiern wir doch neu: mit anderen Menschen, an verschiedenen Orten, auf unterschiedliche Weise und mit neuen Erfahrungen und Gedanken im Kopf.

In der Apostelgeschichte wird erzählt, dass die Jüngerinnen und Jünger Jesu am Pfingstfest „alle zusammen am selben Ort“ (Apg 2,1) waren. Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt – der Geist inspirierte sie, sie konnten plötzlich in anderen Sprachen sprechen. Gott machte also  etwas Neues: Gott be-geist-erte sie, ließ sie in verschiedenen Sprachen „Gottes große Taten“ (Apg 2,11) verkünden.

Was wird uns in diesem Jahr an Pfingsten Neues inspirieren?

Wir werden nicht in fremden Sprachen reden, aber hoffentlich unseren Glauben neu entdecken. Der Heilige Geist inspiriert uns immer wieder dazu, selbst Neues zu machen.

Gerade jetzt, da wir mit viel Einsatz und Kreativität die Corona-Pandemie meistern, erleben wir, dass in Neuem auch große Chancen stecken. Wir merken, dass es möglich ist, anders zu leben, mit weniger zu leben, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und ein neuer Lebensstil ist gerade angesichts der immer deutlicher werdenden Folgen des Klimawandels auch dringend nötig.

Lassen Sie sich zu Neuem      be-GEIST-ern!

Melina Rohrbach

 

© Pixabay

Zugegeben, ich bin ein Mensch, der oft an dem hängt, was schon immer da war. In letzter Zeit gibt es so viel Neues: neue Kontaktbeschränkungen, neue Öffnungen, neue Beschränkungen, neue Masken, die getragen werden müssen. Aber auch die ganzen neuen Erkenntnisse in der Wissenschaft, die neuen Technologien… Oftmals habe ich dann das Gefühl, ich komm nicht mehr mit, es überrollt mich.

Eigentlich will ich nichts Neues, ich will etwas Sicheres, etwas, was sich bewährt hat, etwas, was auch noch nach Jahren „up to date“ ist, etwas, bei dem ich nicht ständig auf dem neuesten Stand sein muss. Eben etwas, was schon immer so war und immer so sein wird. Vielleicht liegt darin sogar eine Begründung für meinen Glauben? Christus gestern, heute und in Ewigkeit! Das macht Mut, gibt Kraft und Gelassenheit.

Und jetzt sagt Gott: „Siehe, ich mache etwas Neues.“ – Echt jetzt?

Das bringt mich ins Trudeln. Auch Gott? Immer neu, immer anders, immer besser? Ein Gott des Mainstreams?

NEIN!

Erstens: es ist nicht Gott, der anders wird, sondern er ist es, der etwas anderes macht. 
Zweitens: das, was Gott neu macht, liegt am Boden. Bei Jesaja: das Volk mit der Exilserfahrung braucht dringend eine neue Zukunft.

In der Offenbarung des Johannes, in der dieser Satz auch zu finden ist, ist es die Zeit des Gerichts, der vielen Plagen, die vorausgeht. Auch hier: „Neu“ bedeutet Zukunft, Ende von Sorgen, Angst und Schrecken. So kann uns das Jahresmotto tragen: Es gibt uns die Zuversicht, dass trotz allem, was gerade kompliziert, verworren, ständig neu ist, am Ende alles gut wird.

„Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“   –   Oscar Wilde

Dorothea Jakobi

 

© Sarah Frank in Pfarrbriefservice

´Etwas Neues…´

Unser geistliches Jahresmotto beschäftigt sich damit, dass ´Etwas Neues´ entsteht.

Das kennen wir alle – spätestens seit März 2020. Die durch Corona geprägten Monaten haben uns vieles Neues gebracht:

Abstand halten, Masken in verschiedenen Formen, Datensicherung, kein Gesang, Ausgangssperre, Schule zuhause, home-office, geschlossene Restaurants, Schwimmbäder, Museen, usw…

Das ist alles neu und nachvollziehbar. Aber es kam nicht von uns. Es kam von ´außen´, von anderen, bedingt durch die ´Umstände´.

Fasten ´funktioniert´ genau in die andere Richtung!

Was von ´außen´ kommt, verringern wir freiwillig: das Essen, die Musik, den PC-Gebrauch oder etwas anderes, was von ´außen´ in uns hinein kommt. Fasten heißt freiwillig verzichten, damit ´Etwas Neues…´ aus mir heraus kommt. Von ´Innen´ heraus klarer, eindeutiger, gereinigter, gesammelter werden ist das Ziel von Fasten. Platz schaffen in meiner Seele und in meinem Herzen für Gott, Seine Gegenwart, Seinen Heiligen Geist.

Unser geistliches Jahresmotto beschäftigt sich nicht nur mit ´Etwas Neuem´, sondern mit dem, der es schaffen will.

´Siehe, ICH mach etwas Neues.

Merkt ihr es nicht?´

 

Marcus Fischer, Pfarrer

 

© Pixabay

„Siehe, nun mache ich etwas Neues“ – dieser Satz steht im Buch des Propheten Jesaja an einer Stelle, in der es um Verheißung und Trost geht.

Israel befindet sich zur Zeit des Propheten Jesaja im sog. „babylonischen Exil“. Das bedeutet nicht, dass die ganze israelitische Bevölkerung verschleppt wurde. Aber mindestens die Führungsschicht wurde nach der Übernahme Israels durch Babylon in das fremde Land deportiert. Zurück blieb eine politisch aktionsunfähige und orientierungslose Bevölkerung.

Jesaja bringt das Exil in Verbindung mit dem Ungehorsam Israels gegenüber Gott. Israel hat nicht auf Gott gehört. Es ist anderen Göttern nachgelaufen und hat sich mehr auf politisches Kalkül verlassen als auf das Gesetz und den Bund, der zwischen Gott und ihm bestand. Dieses Handeln hat Folgen und Israel hat diese Folgen nun zu tragen.

Eigentlich könnte man denken, die Geschichte Israels mit Gott ist hier zu Ende. Israel geht seinen eigenen Weg und hat damit seine besondere Beziehung zu Gott verspielt. Aber so ist es nicht. Denn Gott bleibt dran an seinem Volk. Die Konsequenz seines Handelns muss Israel tragen, aber Gott lässt sein Volk nicht allein dabei.

Er ist da. Er ist der, der Israel Trost gibt, Orientierung bietet und Zukunft ermöglicht. „Ich mache etwas Neues.“ Damit deckt Gott Vergangenes zu und lenkt den Blick auf das Kommende.

Nicht nur damals, sondern auch heute. Nach dem turbulenten vergangenen Jahr finde ich das sehr tröstlich und befreiend. Denn Gott sagt auch zu uns: „Schauen wir nicht mehr auf das was war, denn nun mache ich etwas Neues.“

Die Zukunft ist und bleibt in seiner Hand und das ist gut so.

 

Dorothea Jakobi

© Friedbert Simon in Pfarrbriefservice

Aus dem Buch Jesaja, Kapitel 43

15  Ich bin der HERR, euer Heiliger, Israels Schöpfer, euer König. 16  So spricht der HERR, der einen Weg durchs Meer bahnt, einen Pfad durch gewaltige Wasser, 17  der Wagen und Rosse ausziehen lässt, zusammen mit einem mächtigen Heer; doch sie liegen am Boden und stehen nicht mehr auf, sie sind erloschen und verglüht wie ein Docht. 18  Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, achtet nicht mehr!

19  Siehe, nun mache ich etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht?

Ja, ich lege einen Weg an durch die Wüste und Flüsse durchs Ödland.

20  Die wilden Tiere werden mich preisen, die Schakale und Strauße, denn ich lasse in der Wüste Wasser fließen und Flüsse im Ödland, um mein Volk, mein erwähltes, zu tränken. 21 Das Volk, das ich mir geformt habe, wird meinen Ruhm verkünden.

 

© Pixabay

„Siehe, nun mache ich etwas Neues“  - diesen Vers aus dem Prophetenbuch Jesaja (Jes 43,19a) hat die Liturgiegruppe des Pfarrgemeinderats als geistliches Jahresmotto für 2021 ausgesucht.

Die Kirchenentwicklung im Bistum Limburg hat in der Textstelle um diesen Vers herum ihren Impulstext. Da heißt es u.a. im Vers zuvor auch noch: „Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, achtet nicht mehr!“

Wir können in diesen Tagen manchmal die Meinung hören, dass die Corona-Pandemie eigentlich nur die Entwicklungen beschleunigt, die ohnehin schon begonnen haben. Dazu wird auch mancher Abbruch ge-hören, was schmerzhaft und enttäuschend ist.

Wahrscheinlich wird nicht alles wieder so werden wie vorher, aber muss es das? Auch gute Entwicklungen können gestärkt werden, neue Aufbrüche beginnen. Ja, das Alte ist vertraut, bekannt, das Neue unsicher.
Doch denken wir in der Advents- und Weihnachtszeit ja gerade daran, dass Gott aus einer scheinbar schon abgestorbenen Wurzel einen neuen,  jungen Trieb wachsen lässt: seinen Sohn Jesus Christus, den Heiland aller Menschen. Er, der lebendige Gott, ist immer auch der Gott des Neubeginns.  Darauf dürfen wir vertrauen: dass er im Aufbrechen an unserer Seite ist, dass er uns den Mut und die Zuversicht ins Herz legt.

Ich bin gespannt, wie unsere „Bilanz“ Ende 2021 aussieht und welche zarten Pflänzchen es gibt, die zu wachsen beginnen.    

Sebastian Braun, Gemeindereferent

 

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