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Schatzkiste Gotteslob

Schatzkiste Gotteslob
Schatzkiste Gotteslob
© Pixabay

„Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg, Du bist meine Wahrheit, die mich leben lässt.“

Auch in diesem Jahr darf ich mit Ihnen wieder einen Blick in die „Schatzkiste Gotteslob“ werfen. Für den Jahresbeginn habe ich ein Lied ausgewählt, das eine Ermutigung für den Weg durch die kommenden Monate sein möchte. Sie finden es unter der Nummer 456 und dem Titel

„Herr, du bist mein Leben“.

Wir verdanken dieses Lied dem Mailänder Theologieprofessor Pierangelo Sequeri, der es unter dem Titel „Symbolum ‘77“ (ein altes Wort für „Glaubensbekenntnis“) veröffentlichte. Der Kölner Geistliche Christoph Biskupek hat den Text ins Deutsche übertragen.
Am Beginn der ersten Strophe werden wir an die bekannte Selbstaussage Jesu aus dem Johannesevangelium erinnert: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Jeder kennt diesen Satz. Doch seine ganze Kraft entfaltet er erst, wenn er wie im Lied ganz persönlich genommen wird.

„Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg, Du bist meine Wahrheit, die mich leben lässt.“

Das ist die Antwort darauf, dass Gott mich – ja, mich persönlich! – in der Taufe beim Namen gerufen hat.

Die zweite Strophe präsentiert uns eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des Glaubensbekenntnisses über Jesus.

In der dritten Strophe wird dann wieder entfaltet, was diese Aussagen in meinem Leben bewirken. Von (innerer) Freiheit und Kraft, von Frieden und Mut ist da die Rede. Aber auch von Vergebung, die mich „immer ganz neu beginnen“ lässt.

Das Lied schließt in der letzten Strophe mit einer großen Doxologie, einem Lobpreis auf den dreifaltigen Gott.

Es fällt auf, dass mit jeder neuen Strophe ein Wechsel zwischen „Ich“ und „Wir“ verbunden ist. Der Glaube ist etwas, das ganz persönlich gelebt werden will, aber eingebettet ist in eine Gemeinschaft, die Kirche. Und er gehört mitten hinein ins Leben, das beständig und ohne Pausen weiterfließt, wie die Melodie dieses Liedes. Daher ist die Wahl des richtigen Tempos beim Singen entscheidend dafür, dass man nicht außer Atem gerät (was im Leben ähnlich gilt).

Und so mögen uns die letzten Zeilen der ersten Strophe als guter Wunsch in dieses Jahr hinein begleiten:

„Mit dir hab ich keine Angst, gibst du mir die Hand. Und so bitt ich, bleib doch bei mir.“

Konrad Perabo, Pfarrer

Adventszeit - "heilige Zeit" - Anregungen gibt es im Gotteslob Nr.: 24-26

© Pixabay

Der Dezember unterscheidet sich spürbar von den übrigen Monaten des Jahres. Dies wird schon durch einen Blick auf unsere Straßen und Plätze deutlich. Überall leuchten Lichter auf, Tannenduft mischt sich mit dem Duft von Glühwein und Plätzchen.

Für uns Christen sind es jedoch nicht nur stimmungsvolle Tage, sondern ein ganz besonderer Abschnitt im Jahreslauf: die Advents- und Weihnachtszeit. „Wir sagen euch an den lieben Advent, … wir sagen euch an eine heilige Zeit“ – so heißt es in dem bekannten Lied. Diese „heilige Zeit“ dürfen wir als Christen auch jenseits der üblichen Bräuche durch unser Gebet begleiten. Dabei können uns die Nummern 24 - 26 im Gotteslob eine Hilfe und Anregung sein.

Warum soll eigentlich nur der Adventskranz in der Kirche gesegnet werden? Auch zu Hause kann aus dem dekorativen Schmuckstück ein Glaubenszeichen werden. Wenn die Familie am Beginn des Advents zu einem kurzen gemeinsamen Gebet zusammen kommt und um den Segen Gottes bittet, dann geht es nicht nur um den Kranz, sondern darum, dass der Advent in unseren vier Wänden angekommen ist.

Weil wir oft genug das Gefühl haben, im Advent noch mehr in Anspruch genommen zu sein als sonst, tut es gut, auch mittendrin zur Ruhe und ins Gebet zu kommen.

Das „Hausgebet im Advent“ kann diesem Innehalten eine schöne und würdige Form geben.

Und dann ist endlich Weihnachten da. Der Heilige Abend, der von vielen in gleicher Weise ersehnt und gefürchtet wird, stellt oft eine Herausforderung dar. Wie soll die Bescherung aus-sehen? Viele sind da hilflos und sprachlos.

Auch hier hält das Gotteslob einen schönen Vorschlag bereit, der mit Texten und Liedern einen guten Rahmen setzt und das große Geschenk Gottes, seinen menschgewordenen Sohn, in den Mittelpunkt rückt. Alle drei Gotteslobnummern sind Vorschläge, aus denen man Elemente auswählen und mit eigenen Ideen und Anliegen ergänzen kann. Wichtig ist, dass uns der Glaube und das Gebet auch zuhause zusammenführen. Schon dann wird etwas spürbar von der heiligen Zeit. Deren Segen begleite Sie auch hinein ins neue Jahr.

Konrad, Perabo, Pfarrer

 

Das Totengedenken gibt dem Monat November sein besonderes Gepräge. Daher habe ich mit „Näher mein Gott zu dir“ (Nummer 502) diesmal ein Lied ausgewählt, das besonders bei Requien oder Beerdigungen passt und inzwischen auch schon immer mal wieder gesungen wird.

Es hat seinen Ursprung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die sehnsuchtsvolle Melodie des Amerikaners Lowell Mason dürfte Filmfreunden bekannt vorkommen, da sie ihnen schon einmal im Oscarprämierten Film „Titanic“ begegnet ist.

Den Liedtext verdanken wir der englischen Dichterin Sarah F. Adams. Dieser wurde vom methodistischen Missionar Erhardt Wunderlich in die deutsche Fassung übertragen, die wir heute in unserem Gesangbuch vorfinden.
Doch die Bilder, die der Text dieses Liedes zeichnet, kann eigentlich nur der verstehen, der zuvor einen Abschnitt des biblischen Buches Genesis (Kapitel 28) gelesen hat. Dort geht es um das Schicksal von Jakob, der auch Israel genannt wird. Dieser ist auf der Flucht, nachdem er sich das Erstgeburtsrecht ergaunert hat.

Ohne Habe, ohne den Schutz seiner Familie, ja sogar ohne ein schützendes Zelt für die Nacht legt er sich schlafen, nur mit einem harten Stein unter seinem Kopf. Doch selbst jetzt, in dieser aussichtslosen Situation erfährt er Gottes Nähe in einer nächtlichen Vision: die berühmte „Jakobsleiter“, auf der Engel auf- und niedersteigen und an deren Spitze Gott selbst steht. Jakob erkennt: Hier ist „Bet-El“, das Haus Gottes.

Das Lied nun deutet diese biblischen Erlebnisse auf den Tod eines Menschen hin. Auch der muss seine irdische Heimat verlassen und alles zurücklassen um in der harten Erde Ruhe zu finden. Der Tod bricht wie die Nacht über ihn herein. Doch auch das Grab ist für den Glaubenden kein Ort der Verzweiflung, sondern ein Ort der Nähe Gottes. Bei ihm findet der Weg des  Lebens nicht sein Ende, sondern seine Vollendung. Dahin „mögen Engel dich geleiten“, wie es auch in einem anderen Beerdigungsgesang heißt.

Dieses Lied will uns in der Trauer Hoffnung und Trost schenken, aber auch daran erinnern, dass unser Leben als Christen nur eine Richtung kennt:

Näher, mein Gott, zu dir.

 

Konrad Perabo, Pfarrer

 

© Dorothea Jakobi

Der Oktober ist der zweite große Marienmonat des Jahres. In ihm wird die Gottesmutter besonders durch das Rosenkranzgebet geehrt, in dem wir die Stationen des Lebens betrachten, die sie besonders mit ihrem Sohn verbinden – angefangen bei der Verkündigung über Kreuz und Auf-erstehung bis hin zu ihrer Aufnahme und Krönung im Himmel. Doch bevor diese Lebensstationen meditiert werden, steht im Rosenkranzgebet die Bitte um Glauben, Hoffnung und Liebe, um das Bedachte richtig anzunehmen und ins eigene Leben tragen zu können.

Dazu passt das Lied „Glauben können wie du“, das ich Ihnen heute vorstellen möchte. Sie finden es unter der Nummer 885. Vor gerade einmal knapp 10 Jahren hat der Franziskanerpater Helmut Schlegel dieses moderne Marienlied, dessen inhaltliche Wurzeln bis in die Bibel zurückreichen, gedichtet, das dann vom Kirchenmusiker Joachim Raabe vertont wurde.

Glauben, Hoffnung und Liebe – die drei großen Worte werden hier mit Leben gefüllt. Dabei läuft jede Strophe auf ein Zitat Mariens zu, das durch einen strahlenden A-Dur Akkord unmittelbar davor „angekündigt“ wird.

Der Glaube hat seinen Ursprung im Hören auf das Wort Gottes. Daraus erwächst uns die Kraft, das Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu bejahen, „wie Gott es mir gab“ und so – selbst in den dunklen Stunden des Lebens – zu erkennen und mit Maria zu bekennen: „Großes hat er (Gott) getan.“

Die Hoffnung ist keine Träumerei von einer besseren Welt, sondern beginnt damit, aus dem Glauben heute das menschlich Mögliche zu tun. Das mag uns immer wieder zu wenig erscheinen. Doch dann ermutigt uns die Gottesmutter durch ihr Wort, das uns an das Wunder bei der Hochzeit zu Kana erinnert, zum Vertrauen auf ihren Sohn: „Was er euch sagt, das tut!“

Die Liebe schließlich öffnet den Blick auf die Welt, lässt uns in jedem Geschöpf den Schöpfer erkennen. So können wir dem, was um uns geschieht nicht gleichgültig gegenüber bleiben. Doch das bedeutet mehr als nur Mitgefühl. Echte Liebe lässt sich selbst für den andern in den Dienst nehmen: „Mir geschehe dein Wort.“

Das hat Maria mit ihrem Leben ausbuch-stabiert. Ihr Vorbild lehrt uns beten:  „So will ich glauben, hoffen und lieben, Maria.“

Konrad Perabo, Pfarrer

 

Den Anfang der neuen Reihe macht heute das Lied unter der Nummer 889. Der Titel lautet: „Ihr Freunde Gottes allzugleich“, der sich gleich zweimal in unserem Gotteslob findet. Sogar die Melodie ist bei beiden identisch und wohl den meisten bekannt. Doch im Gegensatz zu dem Lied im Stammteil werden hier die „Limburger Freunde Gottes“ besungen. Es handelt sich um die Heiligen, die für unser Bistum eine besondere Bedeutung haben. Der bekannte Frankfurter Pfarrer Lothar Zenetti hat für drei von ihnen die passenden Strophen gedichtet.

Den Anfang macht der Heilige Georg. Er ist nicht nur Patron des Domes, sondern auch des Bistums. Beides wird in der Liedstrophe zum Ausdruck gebracht. Dem Schutz dieses großen Drachentöters werden „Volk und Bischof“ anvertraut.

Die zweite Heilige, die uns im Lied begegnet, ist uns sehr nah, nicht nur an ihrem Gedenktag im September. Es ist die Heilige Hildegard, deren Gebeine sich in unserer Pfarrei befinden. Einheimische und Fremde zieht es das ganze Jahr hindurch zu ihrer Verehrung nach Eibingen. „Lass wissen uns den Weg zu Gott“ – so bitten wir die Kirchenlehrerin im Lied, im Vertrauen, dass dieser Weg uns Heil an Leib und Seele bringt.

Die dritte im Bunde ist schließlich Maria Katharina Kasper. Im Oktober wird die Gründerin der Dernbacher Schwestern, die bisher nur in unserem Bistum verehrt wurde, heiliggesprochen und damit weltweit zur Ehre der Altäre erhoben. So kann ihr Zeugnis barmherziger Nächstenliebe weithin ausstrahlen.

Drei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die auf je eigene Weise ihren Weg mit Gott gegangen sind. Sie laden uns ein, selbst zu „Freunden Gottes“ zu werden und unser Leben auf ihn hin auszurichten. Dann ist auch die Richtung klar, in die es geht: „Helft uns in diesem Erdental, dass wir durch Gottes Gnad und Wahl zum Himmel kommen allzumal.“

 

Konrad Perabo, Pfarrer

 

Öffnung der "Schatzkiste Gotteslob" ab September 2018

Nach den Sommerferien beginnt in unserem Pfarrbrief eine neue Reihe mit dem Titel „Schatzkiste Gotteslob“. Darin möchte ich ihnen alte und neue Lieder unseres Gesangbuches nahe-bringen. Aber auch Gebetstexte sollen hier vorgestellt und für den persönlichen Gebrauch empfohlen werden.

 

Konrad Perabo
Pfarrer