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Neue Orgel für die Pfarrkirche in Eltville

Ein Register "Corona" wird zukünftige Generationen an die Pandemie erinnern
Neue Orgel für die Pfarrkirche in Eltville
Neue Orgel für die Pfarrkirche in Eltville
© Pfarrei St. Peter und Paul Rheingau


Corona hat die Welt im Griff, das geht auch an unserem Orgelprojekt nicht spurlos vorbei, in manchen Bereichen kam es zu Verzögerungen. Die Spezialfirma in Andechs, die den neuen Spieltisch mit Tasten und Registerzügen baut, ist allerdings hervorragend im Zeitplan, hier sind die entscheidenden Arbeiten bereits abgeschlossen. Der neue Spieltisch wird zentral vor der Orgel eingebaut, so dass die Organisten zur Orgel schauen werden und beim Spielen einen dazwischen platzierten Chor dirigieren können.

Von den Tasten laufen zukünftig feine Holzleisten in die Orgel, um dort die Ventile auf mechanischem Weg zu öffnen, das garantiert ein gutes Spielgefühl und eine perfekte Kontrolle über den Klang der Orgel. Vom neuen Spieltisch aus werden die Organisten insgesamt 50 Register einschalten können – diese einzelnen Klangfarben ergeben durch unterschiedliche Mischungen natürlich über tausend verschiedene Klänge.

Der Orgel fehlten bisher vor allem weiche und zarte Klänge. Durch einen besonderen Kontakt konnten wir günstig gebrauchte Orgelpfeifen aus England besorgen. Dort werden zur Zeit einige Kirchen aufgegeben und die Orgeln abgerissen. Auf diese Weise konnten wir Pfeifen erwerben, die nur sehr aufwendig und entsprechend teuer neu herzustellen sind. In Eltville werden wir dann erstmals Klänge hören können, die an Querflöten, Geigen, Oboen, Hörner und Fanfaren erinnern. Die Orgel hatte bisher einen sehr schwachen Bass. Das liegt daran, dass der Platz auf der Westempore nur wenig Höhe aufweist und deshalb lange Pfeifen, die tiefe Töne erzeugen können, dort nicht untergebracht werden können. Wir haben solche Pfeifen nun gebraucht erworben und werden sie in der Orgelkammer hinter der Schwalbennestorgel aufstellen. Hier standen von 1934 bis 1962 schon einmal die Pedalpfeifen. Der Raum verfügt über eine Höhe von über fünf Metern und kann entsprechend lange Pfeifen aufnehmen. Aus akustischen Tests wissen wir, dass sich ihr Klang in der ganzen Kirche ausbreiten wird. Der Gesamtklang der neuen Orgelanlage wird also einerseits weicher und grundtöniger, andererseits voluminöser und gravitätischer.

Wir werden fast alle Pfeifen der bisherigen Orgel übernehmen, sogar die recht hohen kleinen Pfeifen. Wir haben uns entschieden, diese als Klangkrone beizubehalten. Der lateinische Name für Krone lautet „Corona“, so wird dieses Register heißen und künftige Generationen an die widrigen Umstände der Erbauungszeit erinnern.

© Orgelbauverein Eltville
© Orgelbauverein Eltville

Auf zwei Gebieten gab es noch Abstimmungsbedarf mit dem Denkmalschutz. Die Schwalbennestorgel von 1869 ist als Kulturdenkmal einzustufen. Wir hatten allerdings nie vor, die Originalteile von 1869, die nun 150 Jahre lang funktionieren und erhalten sind, zu ersetzen. Im Gegenteil: Unser Konzept sieht gerade vor, die Schwalbennestorgel, die 1962 stark verkleinert wurde, wieder zu alter Pracht zurückzuführen. Viele Pfeifen, die 1934 und 1953 für diese Orgel gebaut worden sind, aber 1962 auf die Westempore umgesetzt wurden, werden nun wieder an ihren alten Platz in der Schwalbennestorgel zurückkehren. Nach dem Umbau wird die „kleine“ Orgel mindestens so farbenprächtig klingen wie früher, als sie die einzige Orgel der Eltviller Kirche war.

Auf der Westempore wird ein Teil der Pfeifen in einem sogenannten „Schwellwerk“ zu stehen kommen, das ist ein großer Kasten aus Holz mit beweglichen Türen. Die Organisten können mit einem Fußtritt die Türen stufenlos verstellen, so dass die Lautstärke dieser Pfeifen stark verändert werden kann. Damit lassen sich optimal Chöre, Sänger und Instrumentalisten begleiten.

Wir haben ein historisches Orgelgehäuse gekauft, welches aus einer Kirche am Niederrhein entfernt wurde. Dieses neugotische Gehäuse passt gut zur Eltviller Kirche, es nimmt die Farben und die Formensprache von Chorgestühl und Hochaltar auf und wird optisch einen würdigen Kontrapunkt zum Altarraum bilden. Allerdings ist das Gehäuse etwas zu schmal, um die Pfeifen zu verdecken. Der von der Gemeinde beauftragte Orgelbauer hatte die Idee, das Gehäuse seitlich im gleichen Stil zu ergänzen, so dass sich ein einheitlicher Gesamteindruck einstellt.

Die kirchliche Denkmalpflege kann sich diese Lösung gut vorstellen, im Augenblick warten wir auf die Stellungnahme der Staatlichen Denkmalpflege.Sollte auch diese Behörde dem Vorschlag zustimmen, würde das rechte Pfeifenfeld als Tür konstruiert, damit man zum Turm gelangen kann. Dies wäre ein weiterer Fluchtweg von der Empore nach draußen, etwa im Falle eines Brandes.

© Orgelbauverein Eltville
© Orgelbauverein Eltville

Wir weisen noch einmal darauf hin, dass die Orgelmaßnahme noch nicht komplett finanziert ist, die Gemeinde ist auf Spenden angewiesen. Eine schöne Möglichkeit bieten Pfeifenpatenschaften: Dabei bezahlt man einmalig einen Betrag für eine spezielle Pfeife. Sie wird mit Ihrem Namen beschriftet; Sie erhalten eine schöne Urkunde und werden nach der Fertigstellung der Orgel zu einem speziellen Konzert eingeladen, bei dem Sie Ihre Patenpfeife einzeln hören können. Die Pfeifen sind in unterschiedliche Preiskategorien eingeteilt (siehe Bild rechts), eine Übersicht befindet sich auch in der Eltviller Kirche und auf www.orgel-eltville.de, wo Sie auch andere Informationen erhalten können.

Natürlich können Sie uns gerne auch direkt eine Spende zukommen lassen:

Orgelbauverein,
IBAN DE 73 5109 0000 0052 9672 01 – BIC WIBADE5W.

Wir bedanken uns für die bisherige Unterstützung bei allen Spendern und Helfern.

Für den Orgelbauverein Eltville
Graf Jakob zu Eltz, Dr. Ursula Immesberger, Dr. Markus Frank Hollingshaus,
Karin Fischer-Baumann, Heike Lengsfeld, Wolfgang Cloos

© Orgelbauverein Eltville

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