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140 Jahre Kirche St. Bonifatius in Lorchhausen

140 Jahre Kirche St. Bonifatius in Lorchhausen
140 Jahre Kirche St. Bonifatius in Lorchhausen
Kirchturm St. Bonifatius, Lorchhausen © Hans Nies

140 Jahre St. Bonifatius

Die kleine Dorfkirche St. Bonifatius in Lorchhausen war schon mehrmals abgebrannt und auch zu klein geworden. Der Pfarrer, die Pfarr- und Zivilgemeinde, damals noch fast identisch, hatten sich für einen Neubau entschieden.

Ein erneuter Brand am 13. Januar 1872 aber besiegelte das Schicksal des alten Gotteshauses schneller als erwartet. Auf der Suche nach einem geeigneten Bauplatz wurde der Vorschlag von Pfr. Ohlenschläger, nämlich der „Pfortenweinberg“, der heutige Standort, angenommen. Lorchhausen sollte nun eine herrliche, neugotische Kirche nach den Plänen des Frankfurter Architekten Max Meckel bekommen.
Viele Hindernisse und Widerwärtigkeiten, teils auch durch den Kulturkampf verursacht, stellten das Projekt mehrmals in Frage. Letztendlich aber haben wir dieses Gotteshaus einzig und allein unserem      Pfarrer Wilhelm Alois Ohlenschläger zu verdanken. Sein eiserne Wille, sein Organisationstalent und sein Gottvertrauen halfen, alle Hürden zu überwinden.

Am 19. März (Josefstag) 1877, nach einem festlichen Gottesdienst, wurde an der Stelle, wo einmal der Hochaltar stehen sollte, der Grundstein mit Urkunden, einer versiegelten Flasche Wein und einigen Münzen gelegt. Nach nur zweijähriger Rekordbauzeit war die Kirche soweit vollendet, das sie in Dienst gestellt werden konnte.

Wegen des Kulturkampfes lebte unser Bischof Peter Josef Blum im Exil in Böhmen. Deshalb durfte Pfarrer Ohlenschläger durch besondere Vollmacht die Kirche benedizieren, d. h. zum Abhalten der Gottesdienste einweihen.

Dies erfolgte am 5. Juni 1879.

Freunde hatten ihn gewarnt, dabei sehr vorsichtig zu sein. Er schreibt in der Pfarrchronik:

„Dies befolgte ich denn auch, indem ich nachts um 12.00 Uhr, als die Glocke zu Bacharach den Anbruch des Festes des Heiligen Bonifatius herüber gerufen hatte, unter Assistenz meines Neffen Kaplan Johannes Colombel und meines treuen Dieners und Hofmannes Thomas Rößler von hier, die Kirche genau nach Vorschrift, mit allen Gängen um dieselbe und in derselben, benedizierte.“

Am 5.  Juni 1884 konsekrierte Bischof Jakobi von Hildesheim, der eigentlich Daniel Wilhelm Sommerwerck hieß, unsere Kirche, d.h. sie erhielt endlich die bischöfliche Weihe.

 

Hans Nies, Mai 2019

Als Quelle wurde benutzt: Hans Nies, Kleine Chronik der Pfarrei Lorchhausen, 1979
Bilder:  Hans Nies und Reinhold Forschner

 

© Reinhold ForschnerKirche St. Bonifatius und Clemenskapelle
© Reinhold ForschnerKirche St. Bonifatius und Clemenskapelle
© Dorothea JakobiKirche St. Bonifatius, Lorchhausen
© Dorothea JakobiKirche St. Bonifatius, Lorchhausen
© Hans NiesKirchturm St. Bonifatius, Lorchhausen
© Hans NiesKirchturm St. Bonifatius, Lorchhausen