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An den Früchten werdet ihr sie erkennen (Mt 7,20)

An den Früchten werdet ihr sie erkennen (Mt 7,20)
An den Früchten werdet ihr sie erkennen (Mt 7,20)
© Elke frommhold_Pfarrbriefservice

Gedanken zum Jahresmotto im Oktober 2019 von Cornelia Haas

September 17
© Dorothea Wallenstein

Das Thema des Monats Oktober „Ernte als Abschnitt und Rückschnitt“ begleitet uns in der Natur jedes Jahr.

Wir können mit allen Sinnen erfahren, was es heißt, ernten zu können. Dieser Abschnitt der Vegetation ist für Mensch und Tier ein Hochgenuss im Jahreskreis. Besonders wir im Rheingau können dies jedes Jahr hautnah erleben. Der Abschnitt der Trauben und der Rückschnitt der Reben gehört dazu um neues Wachstum zu ermöglichen.

Aber wie ist es mit dem Glauben, mit dem kirchlichen Leben? Gehören da Ernte, Abschnitt und Rückschnitt auch dazu? Was bedeutet Ernte im Glauben?

Ist es die Aussicht nach dem irdischen Leben in Gottes Reich zu kommen oder ist es noch mehr?

Kann Ernte nicht auch schon die Liebe sein, die wir geben und empfangen? Oder eine gewisse Zufriedenheit durch das Wissen, ich bin in Gottes Hand geborgen und er wird mein Leben begleiten? Oder was ist mit Freundschaft, Gemeinschaft, Frieden usw.?

Wie ist es mit dem Abschnitt und dem Rückschnitt? Braucht der Glaube, die Kirche, den auch?

Nach vielen Jahren, in denen das kirchliche Leben viele Menschen begeistert hat und sie sich geborgen gefühlt haben, wird sichtbar, dass dies gravierend abnimmt und die heutige Kirche viele Menschen nicht mehr wirklich anspricht. Ist das die Zeit des Abschnitts und des Rückschnitts? Braucht auch die Kirche, der Glaube, neue Triebe? Man hat das Gefühl.

Der momentane Aufbruch in der kath. Kirche beschneidet vielen Gläubigen die ihnen wertvoll gewordenen Dinge. Es gibt sie nicht mehr, die Äste, die den Menschen Halt gegeben haben. Vieles wird neu angedacht und neu entwickelt.

Hoffen wir, dass die neuen Triebe, die durch die Visionsarbeit entstehen sollen, neue und alte gläubige Menschen begeistern werden, und dass dadurch eine reiche Ernte und wieder eine lebendige Kirche heranwachsen kann.

Cornelia Haas

 

Gedanken zum Jahresmotto im September 2019 von Dorothea Jakobi

© Bernhard Riedl, Pfarrbriefservice

Die Pflege der (Glaubens-)frucht

Eigentlich sollte es in diesem Artikel um die Pflege der (Glaubens-) Frucht gehen. Ich habe einige Zeit darüber nachgedacht.

Aber immer wieder komme ich zu dem gleichen Schluss: Früchte pflegt man nicht. Meiner Meinung nach verarbeitet man Früchte, teilt sie, verschenkt sie oder genießt sie. Die Pflege ist etwas, was man der Pflanze geben muss, damit sie Früchte hervorbringen kann.

Beides ist wichtig, das Pflegen des Glaubens und das Verarbeiten, Verschenken und Genießen der Früchte.

Oftmals ruhen wir uns aus und sagen: ich gehe sonntags in den Gottesdienst, das genügt. Und wir merken erst spät, dass der Glaube hohl wird, die Pflanze verkümmert ist und eben keine Frucht mehr bringt. Glaube ist nie am Ende, er muss wachsen, damit er Frucht bringt.

Bei den meisten von uns wurde der Samen des Glaubens durch die Eltern gelegt. Bei vielen wird er gewachsen sein und hat sich verändert vom Kinderglauben zum Glauben eines Erwachsenen.

Das geht manchmal nicht ohne Krisen vor sich. Manchmal ähnelt so eine Krise dem Beschneiden der Bäume. Ohne sie bleibt der Glaube vielleicht äußerlich, durch das Hinterfragen, Prüfen und Neu-ausrichten wird der Glaube zu meinem Glauben und im besten Fall einem Glauben, der den Stürmen des Lebens standhält und gute Früchte hervorbringt.

Wenn der Glaube Früchte bringt, gilt es, diese zu erkennen, zu ernten, zu teilen und sich an ihnen zu freuen.

 

Dorothea Jakobi

 

Gedanken zum Jahresmotto im Juni 2019 von Cornelia Haas

© Carolin HaasMirabellenbaum
© Carolin HaasMirabellenbaum

Die Frucht wird vorbereitet

Als ich dieses Thema las, kamen mir gleich drei Assoziationen.

Als erstes die Natur. Wenn wir jetzt die Früchte an den Bäumen betrachten, hängen dort viele kleine Früchte, die wachsen wollen. Aber es braucht gute Einflüsse, damit sie reifen und zu schmackhaften Früchten werden: Sonne, Wasser und Pflege durch den Menschen. Alles muss in Maßen vorhanden sein, um eine gute Ernte zu erzielen. So gilt es auch für meine zwei anderen Bilder.

Bei unseren Kindern. Auch sie werden mit allen guten und nicht so guten Anlagen geboren. Aber auch bei den Menschen kommt es darauf an, in welches Umfeld sie geboren werden, und wo sie aufwachsen. Leben sie in einer „heilen“ oder „problemhaften“ Familie? Wie ist der Freundeskreis, das schulische und berufliche Umfeld? All diese Faktoren werden mit beitragen, ob aus einem Kind ein Mensch wird, der für sich selbst und für andere eine „gute“ Frucht wird.

Als drittes sehe ich den Glauben als Frucht, der von vielen Faktoren bestimmt wird, ob und wie er wachsen kann.

In meinem Glauben legt Gott in jeden Menschen den Samen des Glaubens. Aber auch hier kommt es darauf an: wird der Mensch in eine Religion hinein geboren? In welchem gläubigen Umfeld wächst er auf? Aber ist erst einmal eine kleine Glaubensfrucht entstanden, ist es wie bei jeder Frucht, auch diese ist von vielen „Witterungseinflüssen“ abhängig.

Es braucht auch hier eine gewisse Pflege, die nur wir Gläubige untereinander geben können. Es kommt vor allem auf die Erfahrungen an, die der Mensch mit dem Glauben macht. Erfährt er in der Kindheit und Jugend ein bereicherndes und wohltuendes gläubiges Umfeld, kann diese Glaubensfrucht wachsen und einmal selbst zur reifen einladenden und wohltuenden Frucht werden.

Gerade deshalb ist es ganz wichtig, dass wir als Mitglieder der Kirche unser „Glaubenswasser, Sonne und Pflege“ nutzen, um die angelegten Früchte unseres Umfeldes, in dem wir leben, versuchen zum Reifen zu bringen.

So kann aus einer kleinen Glaubensfrucht eine lebendige, wohltuende und schmackhafte Frucht werden und somit ein zufriedenes Christsein entstehen.

Cornelia Haas

 

Gedanken zum Jahresmotto im Mai 2019 von Dorothea Jakobi

© Dorothea Jakobi

Der Mai wird Marienmonat genannt. Auch in unserer Pfarrei werden an verschiedenen Orten Maiandachten gehalten, in denen Maria und ihre Rolle im Erlösungsgeschehen in den Blick genommen wird.

Aber was ist eigentlich diese Rolle? Was macht Maria so besonders?

Es ist das „Ja“, welches sie zu Gott und seinem Handeln an ihr und an der Welt sagt. Zunächst einmal klingt das unspektakulär. Aber wann habe ich eigentlich das letzte Mal einfach nur „Ja“ gesagt? Ohne vorherige Rückversicherung nach allen Seiten, ohne Widerspruchsrecht im Hinterkopf, ohne „wenn“ und „aber“?

Wann habe ich das letzte Mal „Ja“ gesagt und damit alle Konsequenzen in Kauf genommen? Und Konsequenzen hat Marias „Ja“ in jedem Fall: die Gefahr, des Ehebruchs beschuldigt zu werden und die Gefahr der daraus resultierenden Steinigung, die Geburt des Kindes in ärmsten Verhältnissen, die Flucht nach Ägypten, das Mitgehen und Mitleiden mit ihrem Sohn, das Ausharren unter dem Kreuz…

Ich weiß nicht, ob sich Maria aller Konsequenzen bewusst war, die ihr “Ja“ nach sich ziehen würde. Das spielt aber auch keine Rolle, denn so oder so gründet ihre Zusage in Glauben und Vertrauen.
Sie glaubt nicht nur AN Gott, wie wir heute immer wieder sagen, sondern sie GLAUBT GOTT.

Sie glaubt ihm seine Macht und gleichzeitig seine Menschenfreundlichkeit. Sie glaubt ihm, dass Gott sie nicht allein lassen wird, sondern sie liebend und zärtlich durch alle Konsequenzen begleitet.

Marias Glaube kann uns Vorbild sein, aber letztlich ist er viel mehr, denn die Frucht ihres Glaubens ist unsere  Erlösung.

 

Dorothea Jakobi, ehrenamtlich

 

Gedanken zum Jahresmotto im April 2019 von Michael Pauly, Pfarrer

© theresia_bongarth_pfarrbriefservice

Wer einen Obstbaum pflanzt, erhofft sich hauptsächlich zwei Dinge: Wachstum und Frucht. Ein Baum, der nur wächst, aber keine Frucht liefert, ist nutzlos. Bringt er aber nur Frucht, ohne zu wachsen, kann man ebenfalls nicht zufrieden sein: Die Ernte lässt sich nicht steigern, und außerdem besteht die Gefahr, dass sich der Baum „zu Tode trägt“.

Verhält es sich in unserem Christen-leben nicht ähnlich? Wenn wir nur daran interessiert sind, an Erkenntnis zuzunehmen, ohne den Willen Gottes in unserem Leben umsetzen zu wollen, werden wir keine Frucht für Gott hervorbringen. Das Streben nach Wachstum ist zwar vorhanden, aber die Frucht zur Freude Gottes fehlt. 
Andererseits müssen wir darauf achten, dass unsere äußere Aktivität und der damit verbundene Wunsch nach Frucht mit unserer inneren Entwicklung in Einklang steht. Nur wenn wir geistliche Fortschritte machen, kann der Herr uns mehr anvertrauen und uns vor Anmaßung und anderen Fehlentwicklungen bewahren.

Wir sollen wachsen und Frucht bringen. Ist der Wunsch nach beidem bei uns vorhanden? Sind wir darin ausgewogen?

„Wachst aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus“ (2. Petrus 3,18). „Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt, und ihr werdet meine Jünger werden“ (Johannes 15,8).  Gerrid Setzer

Michael Pauly, Pfarrer

Text: https://www.bibelstudium.de/articles/18/frucht-bringen.html

Bild: theresia_bongarth_pfarrbriefservice

 

Gedanken zum Jahresmotto im März 2019 von Dorothea Jakobi

© Pixabay.deOlivenbaum

Fasten, um Früchte zu bringen

Mein Sohn hat einen grünen Daumen. Immer wieder zieht er aus Samen Pflanzen. Auch aus dem Zitronenkern wuchs ein Pflänzchen. Durch die gute Pflege, wurde daraus ein ziemlich stattliches Gewächs.

Aber Früchte? – Fehlanzeige.

Die Pflanze hatte von allem genug: Sonne, Erde, Wasser, Nährstoffe… Dass trotzdem keine Früchte wuchsen, war doch ziemlich enttäuschend.

Im Internet las ich, dass ein regelmäßig durchgeführter Pflanzenschnitt für ein dauerhaft gesundes Wachstum, eine prächtige Blüte und, bei obsttragenden Pflanzen, für eine größere Ernte sorgt. Damals wollte mir das nicht in den Sinn: eine große, gesunde Pflanze zurückschneiden? Das soll was bringen?

Im Blick auf die Fastenzeit kommt mir der Gedanke wieder: die Triebe zurückschneiden, um zu einer größeren Ernte oder sogar zu einer Blüte zu kommen.

Ich glaube, dass es bei jedem Menschen Triebe gibt, in die viel zu viel Energie gesteckt wird und die dann ein gesundes Wachstum verhindern: schlechte Gewohnheiten, ungute Rituale, vermeintliche Verpflichtungen…

Die Fastenzeit bietet die Möglichkeit dort anzusetzen und zu beschneiden. Das kann befreien, entspannen, entschleunigen, klären und letztendlich den Blick öffnen auf IHN hin, der durch Kreuz und Auferstehung Leben in Fülle schenkt. Mit dem Blick auf IHN ist gesundes Wachstum möglich.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete, fruchtbringende Fastenzeit.

Dorothea Jakobi

 

Gedanken zum Jahresmotto im Februar 2019 von Marcus Fischer, Pfarrer

© Bild: Martin Manigatterer In: Pfarrbriefservice.de

So steht es auf Ihren Jahreskalender. Es ist eine Übersetzung aus dem griechischen Originaltext – eine von vielen! Sie stammt aus der neuen und alten Einheitsübersetzung.

Andere Theologen, genauer gesagt Exegeten, haben andere deutsche Worte gewählt, um den griechischen Text genauer auszudrücken. Es ist ihre persönliche Interpretation eines Originals.

  • ´An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen´ übersetzt Nestle-Aland in der 27. Auflage in ähnlicher Weise.
  • Die Fassung der Lutherbibel von 1984 bleibt ebenfalls bei diesen Worten: ´Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen´.
  • ´Nun denn: an ihren Früchten erkennt ihr sie genau´ schreibt Fridolin Stier 1989.
  • Die Metal Bibel von 2014 formuliert ´Ihr seht, man erkennt sie an ihren Früchten´.
  • Einen anderen „Ton“ bringt die Basisbibel von 2010 ein: ´An ihren Früchten werdet ihr die falschen Propheten erkennen´.
  • Albert Kammermayer verzichtet in seiner Übersetzung von 2006 gänzlich auf die Früchte: ´Ebenso werdet ihr die falschen Propheten an ihren Taten erkennen´.

Welche Formulierung entspricht Ihnen am meisten? Mit welchen Worten fühlen Sie sich am besten angesprochen? Oder haben Sie vielleicht eine eigene Variante - eine Übersetzung also, die sich nicht nach dem griechischen Urtext richtet, sondern auf die Inhalte der vorgeschlagenen Übersetzungen?

Ein Jahr lang begleitet uns unser geistliches Jahresmotto, z.B. bei den Tagen des ewigen Gebetes, an Fronleichnam, bei der Wallfahrt, beim Gremienklausurtag, vielleicht in Ihrer Gruppe, Chor, usw., oder nur für Sie persönlich. Vielleicht ´reifen´ die geistlichen Früchte in diesem Jahr, Ihre Sichtweise verändert sich, Sie nehmen einen anderen Standpunkt ein.

Ein Wort wird in allen Übersetzungen verwendet. Es ist das ´Erkennen´. Berichten wir uns doch voneinander, woran andere Menschen uns als Christen erkennen!

Ihr Pfr. Marcus Fischer

 

Gedanken zum Jahresmotto im Januar 2019 von Marcus Fischer, Pfarrer

Die Früchte passen zum Rheingau - und auch zur Bibel.
Die Früchte meines Lebens kann ich annehmen - bitter, süß, ungereift.
Die Früchte meines Glaubens gehören auch dazu - bitten wir Gott darum!

´An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen´ (Mt 7,20)

Unser geistliches Jahresmotto 2019

Sie können es mit Ihrer Gruppe, Klasse oder Chor thematisieren und auf die gemeinsamen Früchte des Glaubens schauen.

Vielleicht hilft ihnen das folgende Gebet dabei:
Heiliger Geist, du Beistand, den Jesus Christus uns verheißen
und Gott uns gesandt hat. Schenke uns…
die Frucht des Vertrauens, dass unser Glauben wachse,
die Frucht der Freude an kleinen Dingen, die unser Leben bereichern,
die Frucht der Geduld, die uns hilft, mit Ungewissheiten zu leben,
die Frucht der Stärke, die uns den Mut nicht verlieren lässt,
die Frucht der Barmherzigkeit, damit wir unserem Nächsten beistehen,
die Frucht der Liebe, die uns mit dir und deinen Geschöpfen vereinigt,
die Frucht der Gelassenheit, die uns das Unveränderliche auszuhalten hilft,
die Frucht der Güte, damit wir einander mit Freundlichkeit begegnen,
die Frucht des Friedens, die uns friedlich denken und handeln lässt,
die Frucht der Treue, die uns verantwortungsvoll mit Leben erfüllt,
die Frucht der Hoffnung, die uns beflügelt und nicht aufgeben lässt,
die Frucht des Glaubens an dich, um sie mit anderen Menschen zu teilen,
die Frucht der Weisheit, die Wichtiges vom Unwichtigen trennt.

Heiliger Geist, all diese Früchte sind schon in uns angelegt.

Bringe du sie in uns zum Wachsen, damit wir – erfüllt von ihnen – auch andere damit be-geist-ern können! Amen.

Marcus Fischer, Pfarrer