Kategorien &
Plattformen

Schatzkiste Gotteslob 2019

Schatzkiste Gotteslob  2019
Schatzkiste Gotteslob  2019
© Pixabay

"Schatzkiste Gotteslob"

Eine Reihe mit dem Titel „Schatzkiste Gotteslob“ erwartet Sie im Pfarrbrief und hier auf der Homepage. Darin möchte ich ihnen alte und neue Lieder unseres Gesangbuches nahe bringen. Aber auch Gebetstexte sollen hier vorgestellt und für den persönlichen Gebrauch empfohlen werden.

Konrad Perabo, Pfarrer

 

Die Adventszeit ist heute für die meisten eine Zeit der freudig-gefühlvollen Erwartung der bevorstehenden Feiertage. Viele Adventslieder unterstreichen diese Stimmungslage. Doch noch bis 1917 war der Advent – wie die vierzig Tage vor Ostern – eine Fasten-und Bußzeit, in der die ernsthafte, aktive Vorbereitung auf das freudig-ernste Ereignis der Menschwerdung Gottes dominierte. Noch heute zeigt die violette Farbe des Messgewandes die enge Verbindung der beiden Bußzeiten an.

Aber auch das Lied, das ich ihnen heute vorstellen möchte, stellt diesen ernsten Charakter der Adventszeit in den Mittelpunkt. Sie finden es unter der Nummer 748 im Gotteslob. Sein Titel „Mit Ernst o Menschenkinder“ ist dabei Programm.

Schon die alte französische Melodie, die noch in einer Kirchentonart geschrieben ist, reißt uns aus unseren Hörgewohnheiten heraus und schärft so unsere Aufmerksamkeit für die Botschaft dieser Zeit.

Valentin Thilo, ein evangelischer Theologe des 17. Jahrhunderts, dem wir den Text verdanken, hat sich nicht einfach der Bußrhetorik seiner Zeit bedient, sondern auf die biblische Überlieferung zurückgegriffen. Dies ist besonders in der zweiten Strophe deutlich zu erkennen.

„Bereitet doch beizeiten den Weg dem großen Gast…“ – Wer hört hier nicht die Stimme Johannes des Täufers, der am Jordan zur Umkehr in Erwartung des kommenden Messias aufruft. „Macht eben jeden Pfad, die Täler all erhöhet, macht niedrig was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad.“ – Auch dieses eingängige Bild aus seiner Verkündigung, ist uns im Advent sehr vertraut.

Eine solche angemahnte Vorbereitung scheint notwendig zu sein, denn die bevorstehende Menschwerdung Gottes, verändert alles. Gott kommt „… aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben…“. Und was an Weihnachten geschehen ist, soll kein Ereignis der Vergangenheit bleiben. Die Adventszeit will auch mich bereiten, dass ich an der Krippe angekommen die Einladung am Ende des Liedes freudig mitsprechen kann: „Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein.“

Konrad Perabo, Pfarrer

Wenn wir im Jahreslauf einen Spiegel unseres menschlichen Lebens erkennen, dann steht der November wie kein anderer Monat für „Sterben und Tod“.

Kein Wunder also, dass die Kirche in diesem Monat in besonderer Weise der Toten gedenkt und auf die Friedhöfe geht, um über den Gräbern das Weihwasser als Zeichen der Taufe und des Lebens auszusprengen.

Doch nicht das Totengedenken am Grab möchte ich mit ihnen in den Blick nehmen, sondern die Sterbestunde selbst. In ihr ist den Angehörigen nicht nach Singen zumute. Oft fehlen uns in dieser Situation ganz die Worte, um unsere Trauer, unseren Schmerz, aber auch unsere christliche Hoffnung auszudrücken.

In diesen Momenten der Hilflosigkeit, die ich als Seelsorger immer wieder erlebt habe, will die Nummer 28 im Gotteslob eine Hilfe sein. Sie ist überschrieben mit dem Titel   „Hausgebet für Verstorbene“.

Nach dem Kreuzzeichen, mit dem sich die Anwesenden an ihr eigenes Christsein erinnern, spricht das erste Gebet unsere Ohnmacht im Angesicht des Todes bewusst aus und erkennt in Gott die Hoffnung, die uns auch in dieser Stunde Halt gibt. Es folgen kleine, aber zentrale Texte aus der Heiligen Schrift, die in einer kurzen Stille nachklingen dürfen. Sie alle weisen auf „den Herrn“, nämlich Jesus Christus hin, der nun um sein Erbarmen angerufen wird.

Im gemeinsam gebeteten Vater unser wird unserer Trauer wie auch unseren Hoffnungen und Bitten ein vertrauter Raum eröffnet. Dem schließt sich das ausdrückliche Gebet für den Verstorbenen an, mit der Bitte um Aufnahme bei Gott.

Auch die Gottesmutter wird im Ave Maria um ihren Beistand „in der Stunde unseres Todes“ angerufen und der Verstorbene der ewigen Ruhe in Gott anvertraut. Am Ende steht der Segen, der nicht nur in einem wunderbaren Gebet ausgesprochen, sondern von den Anwesenden bekräftigt wird, indem sie dem Verstorbenen ein Kreuz auf die Stirn zeichnen.

So schenkt uns das Gotteslob – nicht erst bei der Beerdigung, sondern bereits am Sterbebett – den Rahmen für einen würdigen Abschied von unseren Lieben.

Konrad Perabo, Pfarrer

Der Oktober ist der zweite große Marienmonat im Jahr. Grund genug, hier ein schönes Marienlied aus dem Limburger Anhang unseres Gotteslobes näher zu betrachten. Es steht unter der Nummer 881 und trägt den Titel „Die Schönste von allen“.

Wann genau dieses Lied entstanden ist, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Es wurde im französischen Lothringen wohl schon lange gesungen und durch die Zeit mündlich weitergegeben, bevor sich Louis Pinck 1927 daran machte, es mit verschiedenen anderen Gesängen schriftlich zu fixieren.

Der Pfarrer im deutsch-französischen Grenzgebiet machte sich so durch eine umfangreiche Liedsammlung einen Namen, die er unter dem Titel „Verklingende Weisen“ veröffentlichte und auf diese Weise vor dem Vergessen bewahrte.

Das vorliegende Marienlied zeichnet ein Bild der Apokalypse nach, das im 12. Kapitel der Offenbarung des Johannes beschrieben wird: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt“ (Offb 12,1).

Doch das Lied bleibt nicht bei der Beschreibung stehen, sondern deutet das Gesehene auch aus.

In der ersten Strophe wird diese Frau der Apokalypse als die Gottesmutter identifiziert („Maria mit Namen“).
Die zweite Strophe erkennt in ihr die „neue Eva“, die erfüllt, was schon in Gen 3,15 verheißen ist: „mit mächtigem Schritt der höllischen Schlange den Kopf sie zertritt.“
Die dritte Strophe erinnert daran, dass Maria vielen heiligen Jungfrauen ein Vorbild gewesen ist („der Jungfrauen Bild“), die ihr in ihrer Offenheit für Gottes Wort und Wirken nachgefolgt sind.
Die letzte Strophe schließlich macht deutlich, dass das uneingeschränkte „Ja“, das Maria zu Gott gesprochen hat, alle Zeiten überdauert („du aber wirst strahlen noch lang nach der Zeit“).

Maria bleibt so ein Vorbild, zu dem wir immer wieder aufblicken dürfen. Dies wird auch musikalisch durch den Beginn mit der Unterquarte verdeutlicht, die in das strahlend klare G-Dur hineinführt. Ein bildlicher und musikalischer Ausblick, der auch an trüben Herbsttagen Mut macht.

Konrad Perabo, Pfarrer

 

Die Ferien und der Urlaub sind für die meisten vorbei. Nun wartet wieder der Arbeits- und Schulalltag auf uns. Mancher muss sich nach den schönen freien Tagen erst wieder dazu motivieren, gerade am frühen Morgen. 

Ein Lied kann uns helfen, sich morgens nicht nur aus dem Bett zu quälen, sondern singend und betend dem neuen Tag mit Offenheit und Freude entgegenzugehen. Sie finden ein solches Lied unter der Nummer 710 im Gotteslob. Es trägt den Titel:   „Der Tag ist aufgegangen“   und hat schon eine lange Tradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Doch bekannt gemacht hat es in seiner Neufassung erst der deutsche Musikpädagoge und Komponist Adolf Lohmann, dem wir auch andere bekannte Melodien des Gotteslobs verdanken.

Einen motivierenden Tagesbeginn hatte Lohmann sicher auch selbst nötig, denn als er 1937 dieses Lied entdeckte und überarbeitete, war er gerade von der nationalsozialistischen Kultusbehörde strafversetzt worden. So konnte er selbst mit dem vor-liegenden Lied seine positiven Erfahrungen machen.

Am Anfang und am Ende steht das Lob Gottes. Es ist ein Rahmen, der mir bewusst macht, dass mir jeder neue Tag von Gott geschenkt ist.

Dir sei er angefangen, zu deinem Dienst bin ich bereit.“

Wenn ich die Arbeit des Tages als Dienst für Gott begreife, dann bekommt das, was ich tue, einen neuen Sinn, so unbedeutend es mir selbst auch vorkommen mag. Der Tag bekommt seine eigene Prägung, wenn ich ihn so lebe, dass er auch meinerseits zum Geschenk wird, das ich – gefüllt mit meinem Reden und Denken, mit Werk und Ruhe -am Abend an Gott zurückgeben möchte.

Gelingen kann das aber nur mit Gottes Segen, um den die zweite Strophe bittet. Indem ich mich seiner Führung anvertraue, wird auch dieser Tag zur größeren Ehre Gottes beitragen.

Die Melodie dieses Liedes mit seinem großen Tonumfang lädt dabei buchstäblich dazu ein, sich zu strecken und mit den Armen die Tonfolge nachzuzeichnen. Und wer zu Beginn der zweiten Strophe den Text mit dem Kreuzzeichen begleitet, der stellt sich und seinen Tag auch körperlich bewusst unter den Segen Gottes.

Konrad Perabo, Pfarrer

 

Wenn wir uns am Fronleichnamsfest im Juni wieder auf den Weg machen, um das Allerheiligste in einer feierlichen Prozession durch unsere Straßen zu tragen, dann darf ein Lied nicht fehlen:

„Deinem Heiland, deinem Lehrer“, das unter der Nummer 866 im Gotteslob zu finden ist.

Es geht zurück auf einen Gesang, die sogenannte Sequenz, die der große Theologe Thomas von Aquin bereits im 13. Jahrhundert für dieses Fest geschrieben hat. 1773 hat sich der österreichische Jesuit Franz Xaver   Riedel des lateinischen Textes angenommen und ihn ins Deutsche übertragen. Etwa zur gleichen Zeit gesellte sich die Melodie hinzu, die wir heute noch singen und die manche dem Komponisten Johann Michael Haydn (einem Bruder des bekannten Joseph Haydn) zuordnen. Von den ursprünglich 12 Strophen haben es vier in unser Gotteslob geschafft, von denen die dritte durch Maria Luise Thurmair noch einmal sprachlich etwas geglättet worden ist.

In diesem Werk haben in mehrfacher Hinsicht ein Prozessionslied vor uns. Das liegt nicht nur an der Melodie, die im ruhigen 4/4-Takt das langsame Schreiten auf dem Weg wunderbar unterstützt. Auch inhaltlich lädt der Text des Liedes uns ein, uns auf den Weg zu machen. In den Strophen 2 bis 4 gehen wir den Weg vom ersten Brotbrechen des Abendmahlssaales über die Feier der Eucharistie heute, in der das Geschehen von damals noch einmal neu Gegenwart wird, hin zum Himmlischen Hochzeitsmahl, dem Bild der Vollendung, auf das wir – jeder einzelne und die Kirche als Ganze – zu-gehen.

Dabei begleitet uns Christus als derjenige, als der er in der ersten Strophe preisend besungen wird. 

  • Er ist unser Heiland, denn seine Hingabe im Abendmahlssaal hat er am Kreuz vollendet. 
  • Er ist unser Lehrer, weil er uns hilft zu verstehen, was er für uns getan hat.
  • Er ist unser Ernährer, weil er sich uns auch heute in der Eucharistie zur Speise schenkt.
  • Und er ist unser Hirte, der uns am Ende zum Himmlischen Hochzeitsmahl führen will.

„Hoch sollst du das Brot erheben, welches lebt und gibt das Leben.“ – Nicht nur an Fronleichnam sollten wir uns über dieses Geschenk freuen.

 

Konrad Perabo,  Pfarrer

 

Mit der Karwoche, die im Zentrum des Monats April liegt, rückt auch das Kreuz in den Mittelpunkt. Und mit ihm der, der es getragen, erlitten und überwunden hat, Jesus Christus. Auf ihn schaut das Lied „Der am Kreuz ist meine Liebe“, das sie unter der Nummer 774 finden.

Die Wurzeln des Textes reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Der evangelische Theologe und Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock verfasste in der pietistischen Tradition seiner Zeit die Urfassung dieses Liedes, die für unsere Ohren heute sprachlich und inhaltlich eher fremd und veraltet klingt.

Daher hat sich der gerade verstorbene Frankfurter Pfarrer Lothar Zenetti des Liedes angenommen und uns daraus – in Verbindung mit einer noch älteren Melodie, deren Ursprung wir nicht genau kennen – einen wertvollen Beitrag zur Gestaltung der Passionszeit geschenkt.

Der am Kreuz ist meine Liebe. – Es fällt uns gewöhnlich schwer, andere Menschen leiden zu sehen. Dabeibleiben und hinschauen, das tun wir jedoch bei denen, die wir lieben und von denen wir uns geliebt wissen. Genau in diese Beziehung stellt uns das Lied. Wir erkennen: was dort geschieht, ist nicht tragisches Schicksal, sondern ein Opfer und Tod für mich.

Das Lied bringt das Geschehen des Kreuzes mit drei Schlagworten, die jeweils am musikalischen Höhepunkt jeder Strophe zu hören sind, auf den Punkt. Grund des Kreuzes ist unsere Sünde. Sie bedeutet für Jesus schreckliche Marter, für uns aber große Gnade.

Genau diesen Weg gehen wir durch die Strophen betend mit. Wir verstehen die Größe der Tat Christi, die für uns nicht nur die Befreiung vom Fluch der Sünde, sondern auch eine unlösbare Verbundenheit mit ihm, selbst in Leid und Tod bedeutet.

Deshalb gelingt dann auch der gnadenvolle Blick über den Tod hinaus, der im Gekreuzigten den Auferstandenen wiedererkennt und merkt: „Weh mir, wenn im Tod ich bliebe, dort, wo keine Hoffnung ist.“

Auch in der Passionszeit weist das Kreuz uns immer schon über den Tod hinaus ins Leben. Es lohnt sich also, dabei zu bleiben und in den Schluss der Strophen einzustimmen: „Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe“.

 

Konrad Perabo, Pfarrer

 

 

Nach den närrischen Tagen am Beginn des Monats März schlägt die Kirche ab dem Aschermittwoch buchstäblich neue Töne an. Das zeigt sich besonders deutlich an dem Lied zur Fastenzeit, das ich in diesem Monat ausgewählt habe. Es trägt den Titel „Erbarme dich, erbarm dich mein“ und ist unter der Nummer 268 zu finden.

Obwohl sich das Lied bereits im alten Gotteslob befand, ist es bis heute nur wenigen bekannt und wird selten gesungen. Dabei reichen seine Wurzeln tief in die Geschichte der Kirche und des Glaubens hinein. Das betrifft sowohl den Text als auch die Melodie.

Den Text verdanken wir der katholischen Theologin Marie Luise Thurmair, die mit einer ganzen Reihe von Beiträgen den Charakter unseres Gesangbuchs mitgeprägt hat. Ihr Liedtext ist diesmal keine freie Dichtung, sondern greift die Worte von Psalm 51, dem klassischen Bußpsalm der Fastenzeit, auf. In der Einheitsübersetzung trägt dieser Psalm den Titel „Bitte um Vergebung und Neuschaffung“. Und so wird jede Zeile des Liedes zu einer sprachlichen Verneigung vor dem großen Gott, die zugleich ein Ausdruck des eigenen Schuldbewusstseins wie auch des Vertrauens auf den ist, der daraus einen Ausweg weisen kann.

Die ersten vier Strophen sind dem Bekenntnis und der Bitte um Heilung der Seele gewidmet („Im Innersten mach mich gesund“). Die beiden letzten Strophen dagegen nehmen das erlösende Handeln Gottes bereits vorweg und suchen Wege der Dankbarkeit („Ja, öffne mir den stummen Mund; dann tu ich allen Menschen kund, was Großes du an mir getan…“).

Auch musikalisch hebt sich dieses Lied von unseren Hörgewohnheiten ab. Caspar Ulenberg hat im 16. Jahrhundert seine Melodie in einer sogenannten „Kirchentonart“ geschrieben, die weder Dur noch Moll ist. Doch gerade diese „Unklarheit“ – die auch die Organisten in der Begleitung des Liedes herausfordert – kann uns einen wichtigen Hinweis geben. Denn der Weg zum Osterfest ist für uns immer auch ein Weg zu neuer Entschiedenheit in der Nachfolge Jesu.

„Herr, nimm von mir nicht deinen Geist, der mich den Weg des Lebens weist“ – Diese Bitte mag uns durch diesen Monat auf Ostern hin be-gleiten.

Konrad Perabo, Pfarrer

 

Mit 192 Jahren ist das Bistum Limburg noch relativ jung. Die „Litanei zu den Heiligen des Bistums“, die sich unter der Nummer 900 findet, erinnert uns jedoch daran, dass es viele Menschen gibt, die durch ihr Leben und ihren Glauben auch unsere Diözese geprägt haben.

Der erste Abschnitt setzt dabei quasi den großen Rahmen. An der Spitze steht Maria, die Königin aller Heiligen mit ihrem Bräutigam Josef, der zugleich als Schutzpatron der Kirche verehrt wird. Mit dem Erzengel Michael und dem Heiligen Bonifatius werden die Patrone Deutschlands in den Blick genommen. Zuletzt werden die Heiligen Benedikt, Cyrill und Methodius als Schutzpatrone Europas angerufen.

In der Reihe der Bistumsheiligen stehen an erster Stelle die Heiligen Georg und Nikolaus, die Patrone des Bistums und des Domes. Mit den Heiligen Eucharius, Valerius und Maternus verehren wir die ersten Bischöfe von Trier, unserer „Mutterdiözese“.

Auch der Heilige Lubentius kam als Priester aus dem Bistum Trier und gilt dank seiner Ruhestätte in Dietkirchen als „Apostel des Lahngaues“. Mit den Heiligen Ferrutius und Valentinus gehören auch zwei Märtyrer in die Heiligenliste, die u.a. in Kiedrich verehrt werden.

Mit den Heiligen Goar und Rupert werden zwei Heilige der Nächstenliebe angerufen, die uns als „Nachbarn“ im Rheingau – wenigstens dem Namen nach – vertraut sind.

Mit den Heiligen Johannes Nepomuk Neumann und Adolph Kolping stehen uns zwei große Seelsorger vor Augen, von denen der eine von Heimatvertriebenen, der andere von Handwerkern besonders verehrt wird.

Es werden aber auch große Frauen als Heilige angerufen. Von den Heiligen Hildegard und Katharina Kasper muss ich hier nicht mehr viel sagen. Die Heilige Helena wurde wegen der Kreuzreliquie, die sie aufgefunden haben soll, für uns wichtig. Mit den Heiligen Elisabeth von Schönau und Gertrud von Altenberg stehen uns schließlich zwei Ordensfrauen bittend zur Seite, deren Wirken bis heute Spuren hinterlassen hat.

Die Litanei kann uns mit ihrem Blick auf die „leuchtenden Vorbilder unserer Heimat“ helfen, uns der geistlichen Wurzeln unseres Bistums neu bewusst zu werden und aus ihnen Kraft für die Zukunft zu finden.

Konrad Perabo, Pfarrer

 

Auch in diesem Jahr darf ich mit Ihnen wieder einen Blick in die „Schatzkiste Gotteslob“ werfen. Für den Jahresbeginn habe ich ein Lied ausgewählt, das eine Ermutigung für den Weg durch die kommenden Monate sein möchte. Sie finden es unter der Nummer 456 und dem Titel

„Herr, du bist mein Leben“.

Wir verdanken dieses Lied dem Mailänder Theologieprofessor Pierangelo Sequeri, der es unter dem Titel „Symbolum ‘77“ (ein altes Wort für „Glaubensbekenntnis“) veröffentlichte. Der Kölner Geistliche Christoph Biskupek hat den Text ins Deutsche übertragen.
Am Beginn der ersten Strophe werden wir an die bekannte Selbstaussage Jesu aus dem Johannesevangelium erinnert: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Jeder kennt diesen Satz. Doch seine ganze Kraft entfaltet er erst, wenn er wie im Lied ganz persönlich genommen wird.

„Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg, Du bist meine Wahrheit, die mich leben lässt.“

Das ist die Antwort darauf, dass Gott mich – ja, mich persönlich! – in der Taufe beim Namen gerufen hat.

Die zweite Strophe präsentiert uns eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des Glaubensbekenntnisses über Jesus.

In der dritten Strophe wird dann wieder entfaltet, was diese Aussagen in meinem Leben bewirken. Von (innerer) Freiheit und Kraft, von Frieden und Mut ist da die Rede. Aber auch von Vergebung, die mich „immer ganz neu beginnen“ lässt.

Das Lied schließt in der letzten Strophe mit einer großen Doxologie, einem Lobpreis auf den dreifaltigen Gott.

Es fällt auf, dass mit jeder neuen Strophe ein Wechsel zwischen „Ich“ und „Wir“ verbunden ist. Der Glaube ist etwas, das ganz persönlich gelebt werden will, aber eingebettet ist in eine Gemeinschaft, die Kirche. Und er gehört mitten hinein ins Leben, das beständig und ohne Pausen weiterfließt, wie die Melodie dieses Liedes. Daher ist die Wahl des richtigen Tempos beim Singen entscheidend dafür, dass man nicht außer Atem gerät (was im Leben ähnlich gilt).

Und so mögen uns die letzten Zeilen der ersten Strophe als guter Wunsch in dieses Jahr hinein begleiten:

„Mit dir hab ich keine Angst, gibst du mir die Hand. Und so bitt ich, bleib doch bei mir.“

Konrad Perabo, Pfarrer

Konrad Perabo
Pfarrer

Weitere Lied-Betrachtungen finden Sie hier:

das Jahr 2018 - mit zum Teil Orgel-Interpretationen gespielt von Bezirkskantor Florian Brachtendorf

das Jahr 2020 - mit zum Teil Orgel-Interpretationen gespielt von Bezirkskantor Florian Brachtendorf

das Jahr 2021 - mit zum Teil Orgel-Interpretationen gespielt von Bezirkskantor Florian Brachtendorf

Cookie Einstellungen

Statistik-Cookies dienen der Anaylse, indem Informationen anonymisiert gesammelt werden.

Anbieter:

Bistum Limburg

Datenschutz