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St. Petronilla Aulhausen

Infos zur Schutzheiligen und zum Kirchengebäude
St. Petronilla Aulhausen
St. Petronilla Aulhausen

Über die Hl. Petronilla

© Anja Hoffmann

Erstmals 1401 wird eine der Hl. Petronilla geweihte Kapelle in Aulhausen urkundlich erwähnt. Man geht davon aus, dass diese Kapelle später zur Pfarrkriche ausgebaut wurde.

Am 04.08.1902 wurde Aulhausen Vikarie von Rüdesheim und am 01.10.1964 eigenständige Pfarrei.

Der Hl. Petronilla wurde große Wertschätzung entgegen gebracht, so war der Tag des Patroziniums (31.05.) immer schulfrei.

In der Kirche von Aulhausen steht eine Halbbüste der Hl. Petronilla. Um die Mitte des 18. Jh. hat ein namentlich nicht genannter Meister das Bildnis der Hl. Petronilla aus Lindenholz geschnitzt. Diese Plastik ist in ihrer antiquisierenden Form recht ansprechend.

Die Farbigkeit wurde im 19. oder 20 Jahrhundert resaturiert. Petronilla hält in der rechten Hand einen Palmzweig, der sie als Märtyrerin kennzeichnen soll, was aber der Legende zufolge nicht zutrifft.  Die Plastik steht auf einem Holzschrein, der bereits um 1670 angefertigt wurde. Holzplastik und Schrein stehen auf einem an der Wand befestigten Sockel. Ursprünglich stand das Reliquiar über dem Hochaltar, oberhalb des Tabernakels.

Die Hl .Petronilla ist u.a. die Patronin der Reisenden, Touristen und Fieberleidenden.

Zum Baustil und den verschiedenen Renovierungen

Es handelt sich um eine spätgotische, einschiffige Kirche mit achteckigem Chorabschluss. Die Decke ist als hölzernes Tonnengewölbe ausgeführt, der Dachreiter ist eine Dekorationsform des 18. Jahrhunderts.  Die Kirche wird ursprünglich als Friedhofskapelle bezeichnet.

Um die Kirche herum lag früher der Kirchhof, der - wie auch die Kirche selbst - als Begräbnisstätte gedient hatte. Dies wurde durch Skelettfunde belegt, die bei einer Renovierung um 1910 gefunden wurden.

Zwei Feuersbrünste (1873 und 1882), jeweils verursacht durch Blitzeinschläge, hatten das Balkenwerk der Decke entzündet. Zwar wurde das völlige Niederbrennen der Kirche verhindert, doch hatte es auch Schäden im Mauerwerk gegeben.

Im Zuge des Wiederaufbaus wurde 1883 die Sakristei angebaut und es kam eine dritte Glocke hinzu. Die ebenfalls neu eingebaute Uhr gehörte jedoch der Zivilgemeinde.

1889 wurde nach einem neuen Platz für den Friedhof gesucht und dieser am "Karrenweg", der heutigen Schlossstraße, gefunden. 1904 wurde der Friedhof durch eine Mauer vergrößert.

Eine vollständige Renovierung der Kirche unter Niederlegung der Mauern des Chores erfolgte 1908. Bei weiteren Renovierungsarbeiten in 1912 wurden zwei kleine Seitenaltäre eingebaut, der Boden erneuert, ein Ofen beschafft und eine Krippe gestiftet.

Bei einem Einbruch 1921 wurden die Custodia (Teil der Monstranz) und ein Ciborium (Kelch) gestohlen.

1926 wurden die Außenwände der Kirche renoviert, 1932 wurde die Kirchentreppe von der Hauptstraße aus gebaut.

Zwei der drei Kirchenglocken mussten 1942 zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Im August 1955 erfolgte der Einbau von zwei neuen Glocken, jetzt mit einem elektrischen Antrieb versehen.

1963 wurde die Erweiterung der Kirche geplant und bereits 1964 durchgeführt. Hierbei wurde die Kirche durch einen Anbau erweitert und fast neuwertig ausgestattet und renoviert. Im Zuge dieser Renovierungen wurden mehrere Altar- und Heiligenfiguren erneuert und modernisiert.

Am 15.11.1964 wurde die Kirche durch Bischof Wilhelm Kempf geweiht und Aulhausen zur selbständigen Pfarrei ernannt.

1973 wurde das Provisorium des am Altar den Gläubigen zugenwandten Priesters einer Dauerlösung zugeführt. Einerseits "soll der alte Altar, der zu den schönsten Barockaltären des Rheingaus zu zählen ist, ..... unter allen Umständen stehen bleiben." Um aber die neue Praxis des Gottesdienstes (den Gläubigen zugewandter Priester) auf Dauer zu etablieren,wurde ein Altar sowie ein Ambo aus Saynsilber angeschafft.

1974 wurden die vom Holzwurm befallenen Heiligienfiguren restauriert. Am 27.03.1975 konnte der Figur der Hl. Petronilla die im Bauschutt gefundene und restaurierte Krone wieder aufgesetzt werden.

1980 wurde die Außentreppe der Kirche neu gestaltet., 1987 erhielt die Kirche einen neuen Innenanstrich und es erfolgte der Einbau einer Lautsprecheranlage. 1995 erfolgte eine weitere Innenrenovierung (Anstrich und elektrische Anlage.) 1996 fand eine Sanierung des Glockenstuhls statt und es wurde eine digitale Orgel unter Pfr. Grote angeschafft. Der alte Prospekt und alle Pfeifen der alten Orgel bleiben aber erhalten.

Der aktuelle Zustand der Kirche ist stark renovierungsbedürftig. 2013 wurden Rissmonitore angebracht, um die Rissbildungen in Wänden und im Tonnengewölbe zu beobachten. Ein Verschlechterung ist zum Glück nicht festzustellen.