Jesus empfangen - aber wie?

Im Zentrum der Eucharistiefeier steht die heilige Kommunion. Es gibt dabei unterschiedliche Arten des Kommunionempfangs, die gleichberechtigt nebeneinander praktiziert werden dürfen und von denen keine besser oder schlechter ist.

Der Empfang der heiligen Kommunion, häufig Hostie oder Leib Christi genannt, durch einen Priester, Diakon oder KommunionhelferIn, stellt einen der Höhepunkte der Heiligen Messe dar. Besser oder schlechter gibt es in diesem Bereich nicht.

Eine Übersicht:

Hand-Kommunion

Dies ist die häufigste Form in Deutschland, die Kommunion zu empfangen: Die Hostie wird in die Hand gelegt. Der heilige Cyrill von Jerusalem (313-386) beschreibt, dass die Hände des Menschen in Kreuzform übereinandergelegt werden. Sie bilden so ein Kreuz, das zum 'Thron' für Jesus wird. Anschließend wird die Hostie mit der Hand zum Mund geführt und gegessen. Bis zum 9. Jahrhundert wurde die Hostie stehend auf die Hand empfangen. Anschließend entwickelten sich weitere Formen.

Mund-Kommunion

Bei dieser Form wird die Hostie auf die Zunge gelegt. In vielen Ländern ist diese Art des Kommunionempfangs heute gebräuchlich, die sich im Mittelalter als Ausdruck der besonderen Ehrfurcht vor dem Sakrament entwickelt hat. Bemerkenswert ist: Die heilige Schwester Faustyna Kowalska (1905-1938) empfing in Polen in gewohnter Weise in dieser Form die Hostie. Beim Austeilen der Kommunion fiel ihr durch ein Versehen eine Hostie auf die Hand. Im Gebet sagte Jesus zu ihr: „Ich wollte in deinen Händen ruhen, nicht nur in deinem Herzen." Andere haben die Erfahrung gemacht, dass sie im Gebet zur Mundkommunion geführt wurden.

Kelch-Kommunion

Die Kommunion gibt es in zweierlei Gestalt: Brot und Wein werden durch die Wandlung zu Leib und Blut Christi. Das Blut Christi, die sogenannte Kelch-Kommunion, gehört zu jeder Heiligen Messe. Der Priester empfängt den Kelch stellvertretend für die Gemeinde. Am Gründonnerstag empfängt die ganze Gemeinde die Kommunion in beiderlei Gestalten (Brot und Wein).

Haus-Kommunion

Wer nicht zur Kirche kommen kann, wird zuhause mit der Haus-Kommunion besucht. Häufig wird diese Form leider Kranken-Kommunion genannt. Eine ältere Person muss aber nicht unbedingt krank sein, um die Kommunion zu Hause zu empfangen. Allerdings wird ein Hinweis an die Hauptamtlichen oder das Pfarrbüro benötigt, wenn die Haus-Kommunion empfangen werden möchte.

Geistliche Kommunion

Sie ist eine nicht sehr bekannte Form der Kommunion. Wer aus persönlichen Gründen nicht die Kommunion empfangen möchte, kann sie ohne Hostie geistlich im Gebet empfangen. Auch beim andächtigen Mitfeiern eines Gottesdienstes im Fernsehen, im Radio oder im Internet kann man geistlich kommunizieren, zum Beispiel mit folgendem Gebet:

Mein Jesus, ich glaube, dass Du im allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bist. Ich liebe dich über alles und meine Seele sehnt sich nach Dir. Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann, so komme wenigstens geistigerweise zu mir. Ich umfange Dich, als wärest Du schon bei mir und vereinige mich mit Dir! Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an. Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne. Amen. (Alfons von Liguori)

Segen anstatt Hostie

Grundsätzlich kann man auch einen Segen anstelle der Hostie empfangen. Die Einladung hierzu erfolgt häufigin größeren Gottesdiensten. Mit vor der Brust gekreuzten Armen wird dies gut sichtbar angezeigt. Diese Form können alle Christen praktizieren. Häufig nutzen sie evangelische Christen in katholischen Gottesdiensten.

Kinder und die Kommunion

Kinder können immer den Segen empfangen, solange sie noch nicht zur Erstkommunion geführt wurden. Sie empfangen dann zum ersten Mal die Hostie. MessdienerIn können sie auch schon vorher sein und empfangen anstelle der Kommunion einen Segen.

Kommunion und Versöhnung

Der Empfang der Kommunion ist umso fruchtbarer, je versöhnter man ist - mit sich selbst, dem Nächsten, wie auch mit Gott. Wir ermutigen Sie ausdrücklich, regelmäßig das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Eingeladen oder ausgeschlossen?

Viele meinen, dass grundsätzlich alle Menschen zum Empfang der Kommunion eingeladen seien. Andere meinen, dass grundsätzlich bestimmte Menschen ausgeschlossen seien, wie z.B. evangelische, orthodoxe, anglikanische, geschiedene, wiederverheiratete oder ausgetretene Christen.

Alle, die sich unsicher sind, ob sie die heilige Kommunion empfangen können, ermutigen wir ausdrücklich zum Gespräch mit einem Seelsorger. Denn die Kommunion soll stärken, trösten und ermutigen. Beim Austeilen der Kommunion werden keine Fragen nach Herkunft, Verhalten oder Lebensstil gestellt. Es geht um die beiden Bekenntnisse zu Christus und der Gemeinschaft der Kirche, zusammengefasst im Dialog 'Der Leib Christi' und 'Amen'.

- Pfr. Michauel Pauly, Pfr. Marcus Fischer

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