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Jahresmotto 2026

Friede sei mit euch!

„Zwischen dem Frieden“

Das hört sich komisch an ´zwischen dem Frieden´.

Manchmal sagen wir, dass wir zwischen zwei Stühlen sitzen.

Das fühlt sich an wie durchgefallen, unerwünscht, abgelehnt, unentschieden…

´Zwischen dem Frieden´ könnte aber auch als Zeit des Unfriedens verstanden werden – sozusagen zwischen den Zeiten des Friedens.

Im Januar sind wir aber im Kirchenjahr  zwischen zwei großen Festen: Weihnachten und Ostern.

Weihnachten als Friedensfest an dem die Engel den Frieden verkünden: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens".

Ostern beginnt sich zu verbreiten, wenn der Auferstandene Menschen begegnet.

Er grüßt sie mit ´Friede sei mit Euch!´.

"Zwischen dem Frieden´ kann für uns heißen, dass Weihnachten und Ostern zwei christliche Feste sind, die uns mit ihrem Frieden prägen,

an Weihnachten durch die Engel verkündet,

an Ostern durch den Auferstandenen zugesagt.

 

Fastnacht – und der Friede mitten im Miteinander

Der Februar ist im Rheingau Fastnachtszeit.
Viele Menschen freuen sich auf Sitzungen, Umzüge, Musik und Begegnung. Menschen kommen zusammen, lachen miteinander, nehmen sich selbst und die Welt für eine Weile nicht ganz so ernst.

Das tut gut. Und es hat auch mit unserem Glauben zu tun.

Denn Gott ist nicht nur im Stillen und Ernsten zu finden.
Er ist auch in der Freude, im gemeinsamen Feiern, im Miteinander der Menschen.
Dass wir lachen können, dass wir Gemeinschaft erleben, dass wir aus dem Alltag heraustreten dürfen – all das gehört zu einem gelingenden Leben.

Fastnacht ist für viele ein Raum, in dem es friedlich zugeht.
Unterschiede treten in den Hintergrund. Man steht zusammen am Straßenrand oder sitzt nebeneinander im Saal.

Vielleicht kann man deshalb sogar von einem „Fastnachtsfrieden“ sprechen.

Gleichzeitig wissen wir: Fastnacht ist nicht für alle etwas. Manche gehen ihr lieber aus dem Weg. Auch das ist in Ordnung.
Friede heißt nicht, dass alle dasselbe mögen oder gleich feiern müssen.

Aber eines könnte für uns alle gelten – für Feiernde wie für Zurückhaltende.
Einmal die Rolle wechseln tut gut:

Vom Nachtragenden zum Verzeihenden.
Vom Besserwissenden zum Zuhörenden.
Vom Spalter zum Vermittler.
Vom Rückzug in die Offenheit.

Das ist der tiefere Sinn von Fastnacht: Dass wir merken, wie wohltuend es ist, anders zu sein als sonst – leichter, freier, zugewandter.

So kann die Fastnacht, auf ihre ganz eigene Weise, ein Schritt auf dem Weg sein zu dem Frieden, den Christus uns zusagt:

„Friede sei mit euch.“

 

Pfr. Michael Pauly

 

 

„Friede sei mit euch“ – ein Weg durch die Fastenzeit

Der Monat März führt uns mitten hinein in die Fastenzeit. Es ist eine Zeit des Weges. Eine Zeit, in der wir nicht einfach auf Ostern zulaufen, sondern uns fragen dürfen: Was braucht es, damit Frieden wachsen kann?

Wenn Jesus nach Ostern zu den Jüngern tritt und sie mit den Worten begrüßt
„Friede sei mit euch“, dann sagt er diesen Satz nicht zu Menschen, bei denen schon alles geordnet ist. Er spricht ihn zu Verunsicherten, zu Verängstigten, zu Menschen, die sich zurückgezogen haben.

Der Friede, den Christus schenkt, ist keine schnelle Beruhigung. Er ist ein Weg.

Die Fastenzeit lädt uns ein, diesen Weg bei uns selbst zu beginnen.
Nicht mit großen Vorsätzen, sondern mit ehrlichem Hinschauen:
Wo bin ich innerlich unruhig?
Wo trage ich Ärger, Verletzungen oder ungeklärte Spannungen mit mir?
Wo fehlt mir der Frieden – mit mir selbst, mit anderen, vielleicht auch mit Gott?

Frieden wächst nicht dadurch, dass wir alles ausblenden.
Er wächst dort, wo wir uns berühren lassen.
Wo wir lernen, weniger hart zu urteilen.
Wo wir bereit sind, einen Schritt auf andere zuzugehen.
Wo wir uns selbst und anderen nicht ständig etwas beweisen müssen.

Die Fastenzeit ist kein Wettbewerb in Verzicht.
Sie ist ein Raum, in dem Heilung möglich wird.
Ein Raum, in dem Gott an uns arbeiten darf – still, behutsam, oft unauffällig.

Und dieser innere Weg bleibt nicht ohne Wirkung. Frieden, der im Herzen wächst, strahlt aus. Er verändert Gespräche. Er prägt Gemeinschaft. Er macht sensibler für das, was andere brauchen.

So gehen wir durch diese Wochen auf Ostern zu. Auf den Moment, in dem der Auferstandene uns zusagt: „Friede sei mit euch.“

Nicht als fernes Ideal. Sondern als Geschenk Gottes – gewachsen auf dem Weg, den wir in der Fastenzeit gehen durften.

 

Pfr. Michael Pauly

 

„Friede sei mit euch“ - unser geistliches Jahresmotto kommt gleich zweimal in der Ostergeschichte des Johannesevangeliums vor (Joh 20,19 u. 21). Zweimal grüßt der auferstandene Jesus die Jünger so: bevor er ihnen seine Hände und seine Seite zeigt und als er die Jünger sendet und ihnen den Heiligen Geist zusagt. Interessant ist, dass beim Evangelisten Johannes die Geistsendung bereits mit dem Ostertag verbunden ist, Auferstehung und Empfang des Geistes also eine Einheit bilden. (Dass wir Pfingsten in Anlehnung an die jüdische Tradition acht Wochen nach Ostern/Pascha feiern, verdanken wir der Schilderung des Evangelisten Lukas in der Apostelgeschichte.)

Friede ist ein Geschenk des auferstandenen Christus an seine Jünger, also in deren Nachfolge auch an uns.

Friede kann werden, wenn sich Menschen der Gegenwart Gottes in ihrem Leben bewusst sind. Unser verstorbener Altbischof Franz Kamphaus hat einmal gesagt: „Wenn wir nicht mehr begreifen, dass Gott der Herr im Haus ist, dann ist auf einmal der Teufel los.“ Wir können das in der aktuellen weltpolitischen und gesellschaftlichen Lage gut erkennen (und das gilt auch für religiösen Fanatismus, der Gott als Machtinstrument missbraucht).

Friede kann werden, wenn Menschen von Gottes Geist erfüllt, beseelt, ergriffen und dadurch fähig zu Vergebung sind. Darin liegt ein wichtiger Schlüssel für Friede und dazu sendet uns Jesus in die Welt, um Vergebung zu leben. Das kann in jeder Religion und in jedem Namen Gottes geschehen.

Andererseits ist aber kein religiöser Mensch, gleich welcher Religion, davor gefeit, einem Ungeist zu erliegen und damit dem Unglauben zu verfallen.  Dann werden Kriege, Feindschaft, Ignoranz und Intoleranz zur Normalität.

Das Motto des vergangenen Katholikentags 2024 hat es mit einem Psalmwort treffend ausgedrückt: „Zukunft hat der Mensch des Friedens“ (Ps 37,37b).

 

Sebastian Braun

 

Es ist gut, sich Gedanken zu machen. Besser ist es, Gedanken im Gebet vor IHN zu bringen:

„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“, das hast du zu deinen Freunden gesagt. Jesus, wie soll das gehen? Wenn du uns deinen Frieden gibst, was bedeutet das? Hast du dann keinen Frieden mehr? Unmöglich! Aber dann denke ich an deinen Tod am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, hast du gerufen. Ich weiß, das ist ein Psalmvers, trotzdem klingt es für mich verzweifelt und vermutlich drückt es das aus, was du da gefühlt hast. Alles, was in dieser Welt an Schuld und Sünde war und ist, wurde auf dich geladen. Da gab es für dich keinen Frieden mehr. Wohl eher Dunkel, Einsamkeit, Schmerz, Erschrecken, Gottesferne….

In dem Moment hast du uns deinen Frieden geschenkt. Du hast unsere Gottesferne gegen deinen Frieden getauscht.

Denn wir dürfen jetzt ganz nah beim Vater sein. Durch dich hat Gott mit uns Frieden geschlossen, ein für alle Mal und unwiderruflich. DANKE!

Oft vergesse ich das in meinem Alltag. Unzufriedenheit, Neid, Missgunst haben dann die Oberhand.

Lass in mir die Erkenntnis wachsen, dass nichts größer oder besser ist als dein Friede durch die Nähe zum Vater.

Danke, dass Frieden nicht ein frommer Wunsch ist, sondern seit deinem Tod und deiner Auferstehung Tatsache und du zu jedem Menschen sagst: Der Friede IST mit dir!

 

Dorothea Jakobi

 

Friede sei mit Euch

Das Jahresmotto thematisiert den Frieden.

Es geht um einen Frieden, der von Gott kommt. Er schenkt ihn.

In jeder Messe wird kurz vor dem Friedensgruß der Vers aus dem Johannesevangelium (14,27) zitiert: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“.

Der Frieden verbreitet sich nicht automatisch.

Er ist eine Hinterlassenschaft, ein Erbe sozusagen. Wer schon einmal geerbt hat weiß, dass es sich auch um eine Verantwortung handelt. Ein Erbe kann man ablehnen oder annehmen. Nimmt man es an, dann mit allem, was dazu gehört: Finanzen und Schulden, Gegenstände mit materiellem und ideellem Wert, die an liebe Menschen erinnern.

Wenn wir das Friedenserbe von Jesus Christus annehmen, hat das für uns Folgen. Wir sollen in seinem Sinne, in seinem Geist Frieden leben. Dabei geht es um eine barmherzige und liebende Haltung zum Leben.

Mit diesem Leben sind nicht nur Mitmenschen gemeint.

Gott hinterlässt Frieden für seine gesamte Schöpfung.

Sein Friedenserbe gilt allen Geschöpfen: Menschen, Tieren, Pflanzen und der gesamten Schöpfung.

Die Bewahrung der Schöpfung zielt damit auch auf den Frieden.

Uns allen wünsche ich Gottes guten Segen, damit wir täglich das Friedenserbe konkret leben können.

 

Ihr Pfr. Marcus Fischer

 

 

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